Film | 5

Shownotes

Folge 5 von UNSAFE SPACES blickt auf die Welt des Films. Filmproduzentin Dr. Alice Brauner, Geschäftsführerin der CCC Filmkunst, berichtet von ihren Erfahrungen und denen ihres Vaters, des Filmproduzenten und Holocaustüberlebenden Artur Brauner; Prof. Dr. Lea Wohl von Haselberg lehrt an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und leitet das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB). Sie hat u.a. das Zentrum Jüdischer Film und Audiovisuelles Erinnern mitgegründet und berichtet über jüdische Perspektiven in der Filmbranche; Dr. Lars Henrik Gass war Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und ist Gründungsdirektor des Stuttgart Moving Images Center. Nach dem Massaker der Hamas 2023 rief er zu einer Kundgebung für die Opfer auf und wurde in der Folge zur Zielscheibe einer Boykottkampagne.

Wir freuen uns über Feedback zum Podcast! Hier geht es zur anonymen Online-Umfrage: https://forms.office.com/e/VLKizgtHuh?origin=lprLink oder schreibt eine Mail an podcast@ghwk.de

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Weiterführende Links:

Fünf-Punkte-Plan / D-A-CH Bündnis gegen Antisemitismus: https://docs.google.com/document/d/1xC3i7zZVJ6KKMzxUjbuONHNuYnINkG6_XJSsq6ZPCZE/edit?tab=t.0 Sowie als Petition: https://www.change.org/p/nie-wieder-hei%C3%9Ft-jetzt-f%C3%BCnf-punkte-gegen-antisemitismus

Offener Brief / Petition von ursprünglich rund 200 Kulturschaffenden im Juli 2025 zur Forderung eines Stopps deutscher Waffenlieferungen an Israel: https://secure.avaaz.org/campaign/de/habensiemut/

Protest „Wir wollen kein Mahnmal werden“ der Gruppe „Unbekannte Jüdische Aktivist:innen Deutschland“ (UJAD) an der Technischen Universität Berlin sowie der Freien Universität Berlin am 27. Januar 2026: https://www.instagram.com/ujadofficial/p/DUAcXbvjMdb/?img_index=1

Antisemitismuskritische Sensibilisierung in der Ausbildung an Film- und Medienhochschulen (ASAF): https://www.filmuniversitaet.de/forschung-transfer/forschung/projekte/projektseite/detail/antisemitismuskritische-sensibilisierung-in-der-ausbildung-an-film-und-medienhochschulen-asaf

Aufruf von Lars Henrik Gass über das Facebook-Profil der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen vom 20. Oktober 2023: https://www.facebook.com/kurzfilmtage/posts/eine-halbe-million-menschen-sind-im-m%C3%A4rz-2022-auf-die-stra%C3%9Fe-gegangen-um-gegen-r/886077459753066/

Stellungnahme vom 3. November 2023 von Lars Henrik Gass auf dem Facebook-Profil der Internationalen Kurzfilmtage auf die Kritik an seinem Aufruf: https://www.facebook.com/kurzfilmtage/posts/stellungnahme-zu-der-kritik-an-unserem-post-vom-20-oktober-2023statement-concern/893828692311276/

Anonyme Petition gegen Lars Henrik Gass und die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen im Wortlaut: https://internationalfilmcommunity.noblogs.org/

Informationen zur Organisation Samidoun und deren Verbot in Deutschland: https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/auslandsbezogener-extremismus/samidoun.html

Hertha Müller in der FAZ: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/nobelpreistraegerin-herta-mueller-ueber-den-7-oktober-und-seine-folgen-19759496.html

Verleihung der Ernst-Cramer-Medaille an Lars Henrik Gass durch die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG): https://www.deutsch-israelische-gesellschaft.de/dig-news/zeigen-was-ist-und-was-danach-geschah-deutsch-israelische-gesellschaft-ehrt-lars-henrik-gass-mit-ernst-cramer-medaille/

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Wir danken der Berliner Senatsverwaltung für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Kultur, die die Realisierung dieses Podcasts durch Mittel aus dem „Aktionsfonds zur Unterstützung von Projekten gegen Antisemitismus“ ermöglicht hat.

Transkript anzeigen

00:00:05: Berlin, Februar.

00:00:09: In einem Veranstaltungssaal ebte Applaus nach der Premiere eines Films langsam ab.

00:00:15: Gerade findet das renommierte Filmfestival Berlinale statt.

00:00:20: Während einige Personen schnell den Saal verlassen um zur nächsten Vorstellung zu eilen bleibt ein Großteil des Publikums im Saal sitzen.

00:00:29: Ein Mann betritt die Bühne.

00:00:31: Es ist der Regisseur des Films.

00:00:33: Er bedankt sich für den Applaus hält einen Notizbuch in der Hand und beginnt eine Rede vorzulesen, stellvertretend für einen Darsteller der heute selbst nicht da ist weil er die Berlinale boykottiert.

00:00:46: Der Regisseur liest vor Die Bundesregierung und ihre Kulturinstitutionen einschließlich der Berlinale würden ihren Beitrag zur Apartheid zum Völkermord und dem brutalen Auslöschen des palästinensischen Volkes leisten.

00:01:03: Das Kino gerät in Aufruhr.

00:01:06: aus dem Publikum hört man Zustimmende aber auch einzelne kritische Zwischenrufe.

00:01:11: Der Regisseur liest unbeirrt weiter, bis er schließlich mit einer bekannten Parole endet.

00:01:18: From the river to the sea Palestine will be free.

00:01:23: Aus dem Publikum ertönen Jubelrufe unter Plaus – die Mehrheit schweigt!

00:01:30: Als das Publikums den Saal verlässt, kursiert das was sich gerade abgespielt hat schon längst als Video im Netz.

00:01:38: Es wird von BefürworterInnen sowie KritikerInnen gleichermaßen verbreitet.

00:01:45: Wenige Tage später wird sogar der Staatsschutz eingeschaltet wegen antisemitischer Volksverhetzung.

00:01:51: Akten werden angelegt, Mitschnitte gesichert, Aussagen bewertet.

00:01:57: Die Berlinale Leitung distanziert sich, spricht von Überschreitung und Verantwortung.

00:02:03: Jüdische Organisationen reagieren entsetzt.

00:02:06: Denn bereits im Vorjahr hatte es Kritik an der Berlinale leitung gegeben Sie habe einseitigen pro palästinensischen Protest geduldet ohne vergleichbare Einordnung oder eine Gegenperspektive.

00:02:20: Es heißt, die Berlinale habe es versäumt, ihrer Verantwortung als öffentlich geförderte Kulturinstitution gerecht zu werden und antisemitischen Narrativen klar entgegenzutreten.

00:02:36: So oder so ähnlich ist das zwanzig-fünfundzwanzig auf der Berlinale passiert!

00:02:47: Er hört die fünfte und letzte Folge von Unsape Spaces einem Podcast über Antisemitismus in Bildungs- und Kulturenrichtungen.

00:02:55: In dieser Folge beschäftigen wir uns mit Antisemitismus in der Filmbranche.

00:03:00: Ich bin Deborah Hartmann, Leiterin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz

00:03:05: Und ich bin Jakob Müller, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Haus der Wanseekonferenz.

00:03:14: In dieser Folge sprechen mir mit Menschen die in ganz unterschiedlichen Rollen mit der Filmszene verbunden sind.

00:03:19: Es geht in dieser Folge nicht darum über antisemitische Filme bzw.

00:03:23: Filme, die antisemitischen Erzählungen und Motive reproduzieren zu sprechen, sondern um die Frage wie sich Antisemitismus in der Filmbranche insbesondere seit dem siebten Oktober zeigt.

00:03:34: Und wie mit Antisemitismus umgegangen wird?

00:03:37: Genau!

00:03:37: Dabei geht es uns sowohl um den Umgang auf Filmfestivals – mit Boycott-Aufrufen zum Beispiel oder mit Statements so wie dem das wir gerade gehört haben eben aus dem Jahr zwanzig fünfundzwanzig aber auch generell um Antisemitism im Film.

00:03:54: Warum haben wir uns für den Film entschieden?

00:03:57: Ein Grund ist natürlich, dass die Berlinale vor allem sehr stark in der Diskussion war.

00:04:02: Aber auch natürlich Hollywood gerade nach der Oscar-Verleihung an No Other Land, der ja auch davor die Berlinalle gewonnen hatte und weil natürlich gerade in der Filmbrosche relativ viele Statements waren.

00:04:16: Das heißt also es tatsächlich ein Bereich, in dem sehr viel verhandelt worden ist und der auch für uns als Institution natürlich relevant ist.

00:04:25: Film ist besonders stark darin, Menschen in die erzählten Geschichten hineinzuziehen und Emotionen zu erzeugen.

00:04:32: Im Übrigen ist das auch hier eine Verbindung zum Antisemitismus weil Antisemitism sich ja auch sehr oft über Emotionen transportiert.

00:04:39: Filmmische Erzählungen arbeiten oft mit starker Personalisierung d.h.

00:04:43: gesellschaftliche Verhältnisse werden in Figuren verkörpert und schaffen damit natürlich auch Möglichkeiten der positiven und negativen Identifikation.

00:04:51: Es ist so, dass in der Filmbranche mit als erstes nach dem Zweiten Weltkrieg die Verantwortung der deutschen Gesellschaft für den Holocaust thematisiert wurde.

00:05:00: Beispielsweise im bis heute bekannten Film von forty-fünfundvierzig sechs und vierzig Die Mörder sind unter uns mit Hildegard Kneff aber auch natürlich der Film von Arthur Brauner Morituri aus dem angeblich die Leute schimpften rausgelaufen sein sollen weil sie eben damals sowas nicht sehen wollten.

00:05:17: Du hast es ja schon angesprochen, dass Arthur Brauner in den Film Morituri gedreht hat.

00:05:25: Das war die zweite Produktion von Arthur Brauna, der die Shoah überlebt und eben dann in Berlin lebt.

00:05:31: Und das war auch der frühe Versuch von ihm, auch die jüdische Perspektive auf den Holocaust zu erzählen.

00:05:38: Der Film wurde vom Publikum ganz stark abgelehnt.

00:05:42: Teilweise war zu lesen, dass es sich um einen antideutschen Film handelt weil Arthur Brauner natürlich auch versucht hat die individuelle Verantwortung Verstrickung das involviert sein der deutschen Bevölkerung anzusprechen.

00:05:57: die CCC Filmkunst GmbH gegründet.

00:06:00: Und auch seine Tochter Alice Brauner hat sich als Filmproduzentin einen Namen gemacht und ist mittlerweile Geschäftsführerin der CCC Filmkunst-GmbH, der Ccc Cinema & Television Gmbh und der CcC Filmstudios.

00:06:14: Wir haben für diese Folge mit ihr gesprochen und sie musste damit umgehen wie sich eben auch der Ton in dieser Filmbranche seit dem siebten Oktober verändert hat.

00:06:28: Ich war tief enttäuscht über die Reaktion der Filmszene.

00:06:32: Ich kann nur sagen, es gibt definitiv Schauspieler und Schausspieler mit denen ich nicht mehr zusammenarbeiten werde.

00:06:36: Es gibt Agenturen mit dem ich nicht zusammenarbeiten werden.

00:06:42: Lars-Henrik Gass hat fast drei Jahrzehnte die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen geleitet.

00:06:48: Er beschreibt was in der Filmwelt aufwändig oft passiert ist Schweigen.

00:06:53: Also.

00:06:53: es gab in der deutschen Filmbranche nach dem siebten Oktober Wie in anderen Bereichen der Kultur eine große Regungslosigkeit und Regungslossigkeit ist ja auch die Waffe des Antisemitismus.

00:07:09: Und wir haben auch mit Lea wohl von Haselberg gesprochen, Lea von Hasenberg ist Filmwissenschaftlerin und Programmdirektorin des jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg.

00:07:18: Sie spricht darüber warum Antisemitism im Film oft nicht als solcher erkannt wird.

00:07:25: Ich glaube es gibt zwei Formen Häufig sind und dazu führen, dass es in der Regel übersehen wird und nicht thematisiert.

00:07:31: Das eine ist Antisemitismus ohne jüdische Figuren und das andere ist wenn Antisemitism auf der Handlungsebene kritisiert wird und auf einer Bildebene reproduziert wird.

00:07:49: Kurzer Disclaimer, alle Aufnahmen für diese Episode haben wir vor den Ereignissen auf der Berlinale.

00:07:57: Wir hätten natürlich auch gerne mit jemanden von der Berliner Leitung gesprochen.

00:08:01: Dies war allerdings aus Kapazitätsgründen nicht möglich.

00:08:10: Vorfall aus der Panoramasektion, der Berlinale gehört.

00:08:15: Und wenn ich das so vergleiche mit den Vorfällen die wir davor gehört haben dann würde ich sagen ist es jetzt ein antisemitischer Vorfall weil davor haben wir Leute die wirklich also schlimm traumatisiert worden sind denen teilweise Gewalt angetan wurde.

00:08:29: und da ist eben jemand der liest dann politisches Statement vor absoderweise von jemandem der selber nicht da ist weil er die Berlinale boykottiert aber offensichtlich doch gerne einen Statement abgeben möchte Und da gibt es ja Protest.

00:08:41: Also das bleibt nicht unwidersprochen, also da gibt's eben nicht Schweigen sondern... Da wird er so reingerufen und gesagt stopp oder so.

00:08:48: oder erzähl mal auch was über die Opfer vom siebten Oktober.

00:08:50: und ich hab den Eindruck dass in der Filmbranche darüber können wir vielleicht noch diskutieren Es doch mehr Widerspruch gibt als es zum Beispiel beim Theater der Fall gewesen ist aber dass es da doch irgendwie eine Szene gibt Die vielfältiger ist als es ansonsten der Fall ist.

00:09:09: Ich würde da vielleicht widersprechen, Jakob.

00:09:11: Aber dazu können wir uns ja nachher unterhalten und ich glaube, wir müssen uns natürlich auch damit auseinandersetzen warum eine solche Situation auf der Berlinale durchaus auch mit Antisemitismus verbunden ist und in welcher Art und Weise hier antisemitische Gewalt eigentlich stattfindet.

00:09:28: aber vielleicht hören wir uns jetzt Alice Brauner an die uns dazu auch noch etwas erzählen wird.

00:09:40: Mein Name ist Alice Brauna.

00:09:42: Ich bin mittlerweile seit knapp zwanzig Jahren Filmproduzentin, war aber vorher mit voller Leidenschaft Journalistin und Moderatorin auch.

00:09:51: Und mittlerweile führe ich seit knapp sieben Jahren die Firma meines Vaters – die aufgebauter TCCC-Filmkunst allein kann man sagen und versuche das was er alles begonnen hat fortzusetzen.

00:10:08: Meine Eltern haben gesehen ihre Zukunft liegt nicht in Polen, sind nach Deutschland gekommen Aber große Teile der Familie sind eben, als Israel gegründet worden ist, von hier aus den Displaced Persian Camps nach Israel ausgewandert.

00:10:19: Mein Vater und sein Bruder lieben meine Mutter auch.

00:10:21: Warum?

00:10:22: Weil mein Vater den deutschen Inspiegeln in Form von Filmen vor das Gesicht halten wollte und sagen würde, es euch klar was ihr da getan habt Die Aufarbeitung an der Bundesrepublik von deutscher Seite war ja nicht gerade vorbildlich.

00:10:36: Der Eichmannprozess wurde in Israel geführt.

00:10:38: man hätte eichmann auch noch Deutschland wohnen können Weil man nicht wollte, dass Eichmann erzählt, wer alles nach nineteenfünfundvierzig in der Bundesrepublik tätig ist.

00:10:44: Wieder ein ganz wichtigen verantwortungsvollen Position und mein Vater hat versucht über seine Filme schon neunzehntseinhalbzig mit Morituri Zeug ihn aus der Hölle und seit den achtziger Jahren ganz massiv diese sogenannte Erinnerungskultur wach zu halten.

00:10:58: Zu sagen ihr dürft nicht vergessen.

00:11:00: Aber aus meiner Sicht, auch ich habe das ja weiter Wort gesetzt, weil es meinen Eltern auch versprochen hat.

00:11:05: Also Erinnerungskultur – wir sehen's doch!

00:11:08: Das ist für mich einfach nur noch ein systematisches Abarbeiten von Jubiläendaten, wo man sich an irgendwelchen Denkmälern trifft oder Städten des Geschehens und dann Grenze niederlegt.

00:11:18: Aber das kommt überhaupt nicht aus dem

00:11:20: Herzen.

00:11:22: Ich hab' im Film gemacht als Jahrzehnte in Crescendo.

00:11:25: Hashtag make music not war.

00:11:26: Weil ich das Thema nochmal anders angehen wollte... über West-Istan-Diwan, wo arabische und israelische Jugendliche zusammen Musik machen.

00:11:32: Ich habe gezeigt die Probleme zwischen israelischen Jugendlichen und passionänsischen Jugendlichen.

00:11:36: Die israelisch sagen, unsere Großeltern haben den Holocaust erlebt.

00:11:39: Ihr müsst verstehen warum Israel für uns so wichtig ist?

00:11:42: Das einzige Land, wo wir noch hingehen können nach dem was passiert ist... ...und die Arabischen Jugendliche.

00:11:45: Ja aber ihr habt unsere Großaltern vertrieben aus ihren Häusern!

00:11:48: Und ich hab wirklich versucht beide Seiten aufzuzeigen.

00:11:50: Ich glaub' ich würde den Film heute nicht mehr so machen.

00:11:52: also das war wirklich ein Friedensplädoyer.

00:11:55: auch da war ich noch sehr gemäßigt extrem gemässig.

00:11:59: Das hat sich auch bei mir wirklich, wirklich alles drastisch nach dem siebten Oktober verändert.

00:12:04: Jetzt waren wieder.

00:12:04: alle friedensliebenden und harmonienliebende Menschen sagen aber das geht doch nicht man muss doch um Frieden bemüht sein.

00:12:09: Guckt in meine Seele guckt in mein Herz guckt was wir alle mitgemacht haben jüdischen menschen weltweit.

00:12:14: Das hinterlässt solche Narben auch wenn glücklicherweise so gut wie alle geil sind zumindest alle lebenden zurück sind.

00:12:20: ich hatte nie im Leben damit gerechnet!

00:12:22: Nie

00:12:23: im

00:12:23: leben dass bis heute So ein Hass in so vielen Köpfen und Herzen manifestiert ist.

00:12:29: Sonst war er weltweit!

00:12:31: Ich hätte das nicht für Möglichkeiten, und ich frage immer wieder wenn ich mit Leuten rede sag na was wollt ihr von uns?

00:12:35: Was haben wir euch getan, wir

00:12:36: Jungen?!

00:12:36: Was wollt ihr vor uns?

00:12:37: Ich verstehe es einfach nicht.

00:12:39: Ich hab's wissenschaftlich, ich habe studiert Politik und Geschichte... ...ich habe meine Doktorarbeit geschrieben über rassistische antisemitische Tendenzen In der neuen Rechten.

00:12:46: Ich komme nicht darauf, was will man von uns.

00:12:50: Deshalb habe ich auch meine Art jetzt als Filmemachens jetzt bei dem Film radikal geändert Auch auf die Gefahr hin, was ja auch passiert ist.

00:12:58: Dass ich von mancher Seite keine Förderung bekommen habe.

00:13:02: Ja also das ist ein riesen Unterschied zu dem, was ich vorgemacht habe.

00:13:05: Ich habe Filme gemacht und hatte auch da interessanterweise immer Diskussion mit meinem Vater.

00:13:09: wie viel Gewalt soll man wirklich zeigen?

00:13:11: Wieviel Gewalt kann man zumuten?

00:13:13: Es war ja nun halt die schlimmste Form von Hölle, die man sich vorstellen kann.

00:13:16: Und ich merke auch oder das hab' ich damals schon bei dem Film gemerkt, dass persönliche Schicksale immer viel mehr ansprechen als die Obstraktezahl von sechs Millionen Juden, das haben wir noch viel mehr gelitten.

00:13:27: Auch die überlebt haben ja Traumataaletten.

00:13:29: Das ist eine zu abstrakte Zahl und deshalb habe ich versucht immer persönliche Schicksale sozusagen in den Filmen auch Menschen nahezubringen Und das hat auch immer... Also die, die sich es angeguckt haben waren dann auch immer tief berührt und man konnte mit ihnen darüber reden.

00:13:39: Selbst wenn sie sich nicht so fürs Thema interessiert haben, haben sie ihn angefangen sich zu interessieren.

00:13:44: Spätestens nach dem siebten Oktober und dem Tsunami an Antisemitismus der unseren Gegner schlagen ist also dieses Aufbrechen eines Geschwür, was offensichtlich in den Jahrzehnten immer größer und größer geworden ist.

00:13:55: Was hier aber noch nicht barangebrochen hat, hat mich dazu geführt, dass ich jetzt ein Film gemacht habe, den ich wahrscheinlich anders erzählt hätte wenn der siebte Oktober nicht passiert wäre?

00:14:04: Es geht um Block zehn!

00:14:10: Ich weiß jetzt schon das es Kritik geben wird von allen Seiten.

00:14:13: Ausschwitzporno-Vorjurismus ganz ehrlich.

00:14:15: Nein Leute, ich zeige es nicht um das Vorjurismus zu willen.

00:14:18: Wir haben versucht die Würde der Opfer zu halten.

00:14:19: Ich zeige's um endlich mal zu sagen Versteht doch mal was da passiert isst Und kommt mir nicht mit symbolhafter Erinnerungspolitik, sondern lasst es mal in eure Herzen.

00:14:27: geht und versteht und trauert mal wirklich um das was passiert ist.

00:14:35: Niemals habe ich persönlich vor dem sieben Oktober niemals wurde ich in irgendeiner Form antisemitisch angegriffen obwohl ich mich schon immer exponiert habe und eingesetzt habe auch öffentlich eingesetzt haben oder zumindest über das Thema gesprochen habe.

00:14:47: jeder kannte meine jüdische entität.

00:14:49: nein und ich bin auch auf social media durchaus aktiv.

00:14:57: Nach dem siebten Oktober gab es tatsächlich immer, wenn ich etwas gepostet habe dazu bring them home und so weiter.

00:15:03: Dann gab es schon auf meinem Instagram Account ziemlich erheftige Reaktionen auch free Palestine and from the river to the sea und das übelte klassische.

00:15:14: Und dann gab es eben auch, als mein Sohn geheiratet hat und ich Hochzeitsfotos gepostet habe.

00:15:19: Kommentar wie Satan's Wedding & Kill Them und also wirklich die schlimmsten Formen von Antisemite unter das Hochzeit-Foto meines Sohnes wo ein Äquiper aufhatte und seine Braut auf die Stirn küsst.

00:15:29: Also nach dem siebten Oktober hat sich das massiv vor allen Dingen in den sozialen Medien verändert.

00:15:34: Nicht nur in den socialen Medien Auch im Freundeskreis und sogar in der Familie.

00:15:40: Ich bin ja mit einem nicht jüdischen Mann verheiratete und selbst da in einer Familie gibt es Heftige, mich sehr beunruhigende Diskussionen.

00:15:48: Ich hatte auch wirklich eine große Diskussion mit der Filmakademie jetzt und ich habe gesagt, wisst ihr?

00:15:51: Ihr habt No Other Land gezeigt!

00:15:53: Der Film zeigt wie massiv Palästinenser von Israelis unterdrückt werden.

00:15:57: Ihr habt aber nicht We Will Dance again gezeigt.

00:15:59: Der Film mit den Videos von den Überlebenden des Nora-Festivals oder hat nicht nur überlebenden.

00:16:03: Warum habt ihr es nicht

00:16:03: gemacht?!

00:16:11: Die Filmakademie hat gesagt, Sie haben den fünf Punkte planen wie man mit Antisemitismus jetzt umgehen soll.

00:16:15: Nicht unterschrieben weil das ja Politik sei aber sie würden etwas Eigenes formulieren.

00:16:18: ich warte bis heute drauf.

00:16:19: Ich hoffe es kommt jetzt auch irgendwann!

00:16:22: Ich kann nur sagen Es gibt definitiv Schauspielerinnen und Schauspülern mit denen ich nicht mehr zusammenarbeiten werde.

00:16:27: Es gibt Agenturen mit denen sich nicht mehr Zusammen arbeiten werden oder auch dieser was die zweieinhalb Kulturschaffende da unterschreiben haben.

00:16:34: Leute ganz ehrlich tut mir einen.

00:16:36: gefallen bleibt bei dem was ihr macht und wenn ihr euch äußert, dann äußerst euch nicht einseitig sondern betrachtet alle Seiten.

00:16:43: Ich bin selten erschüttert weil mich kann gar nichts mehr erschüttern weil ich alles schon mitbekommen habe und gewöhnt bin.

00:16:47: aber ich war tief enttäuscht über die Reaktion der Filmszene.

00:16:52: es gab einige ich kann sie auch beim Namen nennen Andrea Savatsky Christian Berkel Oliver Masucci die sich klar positioniert haben die auch erklärt haben warum.

00:17:05: Ich muss sagen, bei Blockzehn habe ich so viele Leute erlebt die so committet waren und überhaupt nicht jüdisch.

00:17:10: Ich hätte weinen können vor Glückseligkeit wie viele Menschen sich öffentlich nicht äußern können weil sie sich nicht trauen.

00:17:16: aber wenn sie dann einen solchen Projekteil nehmen können dadurch beweisen oder wir haben sehr viel auch geschrieben für persönliche Nachricht Wie sehr Sie das unterstützen was ich auch sage?

00:17:25: Die sich aber nicht trauern ist in der Öffentlichkeit zu Hause und nicht wissen an wen sie sich werden sollen.

00:17:28: Also es gibt schon noch genug andere gute.

00:17:30: okay ich finde nicht alles schlecht reden.

00:17:32: Es ist sehr unterschiedlich.

00:17:32: Es gibt Menschen in der Filmakademie, der wirklich angefangen hat darüber nachzudenken, ob sie nicht Fehler gemacht hätten und anders damit umgehen müssen.

00:17:41: Was mir wieder gezeigt hat, Dialog bringt einen weiter.

00:17:44: zuerst, wurde ich von denen angegriffen.

00:17:47: Egal was man sagt, du findest ja alles falsch oder schlecht?

00:17:50: Entschuldigung, dass ich emotional bin, aber das, was ihr gemacht habt, hat mich aufgewühlt.

00:17:53: Aber dann ist es ein sehr guten Dialogübergang.

00:17:56: Also es gibt tatsächlich noch Leute wo man einen Dialog finden kann wo beide Seiten zu einem Verständnis führt und auch dann zu einem Ergebnis.

00:18:05: Muss man klar sagen!

00:18:14: Es gibt andere, die du nicht mehr von der Überzeugung wegbringen kannst... ...die in sich einen solchen Hass und eine solche Obsession tragen, die kannst du einfach nicht mehr überzeugen.

00:18:25: Und ich bin ja sehr emotional und kann auch sehr stark argumentieren glaube ich Aber auch sehr heftig.

00:18:31: Man könnte auch Angst vor mir haben, hin und wieder ... Da weiß ich nicht wie ehrlich es ist, wenn man sagt, alles klar ist, haben wir verstanden?

00:18:40: Oder man sagt das nur weil man das Gespräch daneben abbrechen möchte.

00:18:43: Grundsätzlich muss ich aber sagen, ist mein Optimismus in Bezug auf Menschen noch nicht ganz verschonten, weil ich eben wirklich auch E-Mails bekomme viele E-mails oder persönliche Nachrichten über die sozialen Medien, wo mir Leute Mut zu sprechen, bevor sie sagen... Ich finde es so toll, was sie machen.

00:19:00: Oder ich seh's genauso wie Sie.

00:19:02: Aber ich trau mich nicht, mich öffentlich zu äußern, weil ich von allen Seiten angegriffen werde.

00:19:06: Da gibt es doch schon eine Menge!

00:19:08: Und ich hätte mir aber gewünscht, dass diese schweigende Menge sich offen äußert... ...aber ich verstehe die Angst.

00:19:14: Wie wenig Zivilcourage zeigen wir auch im Alltag?

00:19:17: Weil wir angegriffengriffen werden

00:19:18: können.".

00:19:27: Sie beginnt ja mit einem sehr klaren Statement am Anfang wo sie sagt Erinnerungskultur ist gescheitert.

00:19:34: Gut, dass wir diese Folge am neunundzwanzigsten Januar also zwei Tage nach dem sieben und zwanzigste Januar aufnehmen.

00:19:39: Mich hat das jetzt gerade erinnert.

00:19:40: Ich weiß nicht ob du das mitbekommen hast.

00:19:42: Diese Aktion von unbekannten jüdischen Aktivistinnen in Deutschland an der FU Berlin und auch an einer weiteren Universität ich glaube an der TU Berlin die zum sieben-undzwzigsten January sich positionieren wollten Und deshalb vor die Unis gegangen sind, um ein Zeichen gegen performatives Erinnern zu setzen.

00:20:02: Also die gesagt haben okay sie haben eben keine Lust mehr auf all das was am siebenundzwanzigsten Januar in Form von bestimmten Ritualen jedes Jahr wiederholt wird und Sie verwehren sich eben auch diesen performativen Akt des Gedenkens und haben dann mit großen Transparenzen sich vor die Uni gestellt, auf denen zu lesen war wir wollen kein Mahnmal werden fand ich eine ganz spannende Aktion und mich hat das jetzt einfach erinnert an das, was Alice Brauner da gleich zu Beginn erzählt.

00:20:26: Was ja in gewisser Hinsicht auch unsere Arbeit an der Gedenkstätte natürlich berührt.

00:20:32: Ich finde es widersprüchlich weil einerseits erzählt sie wie ihr Vater sich jahrzehntelang dafür eingesetzt hat dass es eine Erinnerungskultur und auch ein öffentliches Gedenken gibt und man kann bei aller Kritik an performativen oder dem gefühllosen Ablegen von Grenzen usw.

00:20:49: und sofort, also die kann man haben aber muss ja auch konstatieren dass es das lange Zeit eben nicht gab.

00:20:55: Also insofern bin ich ja immer so vorsichtig wenn so gesagt worden hier ist Gedenktheater Erinnerungstheater.

00:21:00: weil natürlich geht's bei den Gedenken auch darum dass sich Politiker der deutsche Staat die Öffentlichkeit auf eine bestimmte Art und Weise präsentieren.

00:21:09: Das heißt, es ist nicht völlig altruistisch und nicht völlig frei von eigenen Interessen.

00:21:15: Aber ich glaube das gibt es auch nicht ein interessenfreies Gedenken.

00:21:18: Und wichtig ist, dass das überhaupt passiert!

00:21:20: Aber das ist ja genau die Frage – Ist es im gesellschaftlichen Diskurs drinnen oder bleibt es auf so einer oberflächlichen Ebene stehen?

00:21:28: Also das heisst Oberflächlich damit meine ich jetzt sozusagen in Form von der Symbolpolitik weil mich tatsächlich vorgesehen gefragt hat für wen hat der siebenundzwanzigste Januar hier in Deutschland überhaupt eine Bedeutung?

00:21:39: Wer denkt wirklich am siebenundzwanzigsten Januar über den sieben und zwanzigste Januar nach?

00:21:43: Und insofern würde ich ihr dann doch auch ein gewisser Hinsicht recht geben, wenn Sie davon spricht.

00:21:48: Okay ist es wirklich angekommen bei den Leuten oder geht das eher ums Abarbeiten von etwas?

00:21:55: Ja

00:21:56: Vielleicht noch ein ganz kurzer Exkurs, weil sie spricht ja darüber, dass sie jetzt ihren neuen Film Block X wahrscheinlich vor dem siebten Oktober anders gemacht hätte als wie sie es eben jetzt tut.

00:22:05: und vielleicht nur kurz zur Einordnung.

00:22:07: Block X das war ein Gebäude im Stammlager des Konzentrationslagers Auschwitz wo ab ausen dreiundvierzig medizinische Experimente an Frauen und Mädchen durchgeführt worden sind.

00:22:22: Lars Henrik Gass ist Autor, Filmhistoriker und Kulturmanager.

00:22:25: Und leitete siebenundzwanzig Jahre lang die Internationalen Kurzfilm-Tage Oberhausen – und ist aktuell Gründungsdirektor am Haus für Film und Medien in Stuttgart!

00:22:36: Wir haben mit Lars Henrick-Gass zunächst einmal über seine Erfahrungen vor dem siebten Oktober gesprochen.

00:22:43: Ich habe in Oberhaussen in den letzten fünfzehn Jahren also insbesondere mit Aufkommen der BDS Bewegung festgestellt, dass sich viele in diesem Zusammenhang positioniert haben.

00:22:57: Wir hatten zum Beispiel wiederholt das Phänomen, dass Filmemacher nicht bereit waren mit jüdischen Gästen auf einem Podium aufzutreten.

00:23:06: Wir hatte das Phenomen, das Filmemachern nicht bereit war ihre Filme in Israel im Verleih zu zeigen und so weiter.

00:23:15: Ich muss sagen, dass ich das komplett unterschätzt habe bis zum siebten Oktober und selbst vollkommen eingeholt wurde von diesen Phänomen.

00:23:24: Im Grunde gab es einen Kipppunkt ab dem siebten Oktober, sodass einfach klar war, ab diesem Punkt ist alles anders.

00:23:33: Leer Wohl von Haselberg ist Film- und Medienwissenschaftlerin und Professorin an der Filmuniversität Konrad Wolf in Babelsberg.

00:23:43: Dort hat sie mit Kolleginnen und Kollegen das Zentrum für jüdischen Filmen und Audiovisuelles erinnern gegründet.

00:23:49: Als Wissenschaftlerin arbeitet sie an der Schnittstelle von jüdischer Filmgeschichte, Gegenwartskino und Festivalpolitik.

00:23:57: Und leitet außerdem ein Projekt zur antisemitismuskritischen Sensibilisierung in der Ausbildung an Filmen- und Medienhochschulen.

00:24:06: Interessanterweise ist das kein Projekt was dezidiert mit dem September zu tun hat gar nicht sondern der Anlass war eigentlich ein Studentenfilm ganz offenkundig, versehentlich einfach bestimmte Bilder bedient hat.

00:24:20: Das taucht auch überhaupt keine jüdische Figur auf aber bestimmte bilder reproduziert hat die ich würde sagen anschlussfähig sind.

00:24:26: dann antisemitische bilder.

00:24:28: das ist deswegen kein antisemitischer film.

00:24:30: so wird würde ich nicht gehen aber es gibt so eine anschlussfähigkeit an bestimmten antisemitische Bilder.

00:24:35: Den Studierenden war das überhaupt nicht klar, auch den Professorinnen und Professoren durch deren Hände dieses Projekt gelaufen ist – es wird ja lange betreut bei uns – ist das nicht aufgefallen?

00:24:45: Und in dem Moment dachte ich, da sieht man einfach, dass es dazu wenig Wissen gibt!

00:24:49: Das ist gar nicht so, dass ich sagen würde, solche Filme darf man nicht machen, solche Bilder darf man natürlich nicht verwenden, aber ich würde unseren Studierende und Absolventen immer wünschen, dass sie wissen was die tun wenn sie sowas machen.

00:25:00: Und das waren sozusagen die Geburtstunde von diesem Projekt dass ich dachte, das wäre total wichtig, dass einfach mehr Wissen über antisemitische Bilder vorhanden ist.

00:25:12: Ja wir haben jetzt sowohl von Lars-Henrik Gas als auch von Lea wohl von Haselberg gehört, dass Antisemitismus bereits vor dem siebten Oktober ein Problem darstellt.

00:25:21: und Lea von Haslberg erzählt hier von einem Projekt, das zwar nach dem sieben Oktober gestartet hat aber was eben auf die Konfrontation mit Antisemitism vor dem Siebten oktober zurückgeht.

00:25:33: Und wir wollten von ihr natürlich auch wissen, was konkret in diesem Projekt mit den Studierenden der Filmuniversität gemacht wird.

00:25:42: Wir machen mit den ganz unterschiedlichen Sachen, weil man sich klarmachen muss.

00:25:45: Das Schauspieler-Innen und Regisseurinnen in den unterschiedlichen Gewerken haben ja sehr unterschiedliche Perspektiven auf Film.

00:25:53: Und erstmal geht es darum überhaupt, sich mit Antisemitismus kurz auseinanderzusetzen und zu verstehen das ist nichts was nur mit dem Nationalsozialismus verbunden ist und dann von nineteen vierzig einfach endet und weg ist.

00:26:03: Ich glaube die wichtigste Erkenntnis zu vermitteln, dass Antisemitismus oder antisemitische Bilder auch da stattfinden wo keine jüdischen Figuren auftauchen.

00:26:12: Das heißt das er sich eben auch jenseits jüdischer Figuren visuell erzählt Und man deswegen einfach genauer hingucken muss.

00:26:20: Wir haben beispielsweise einen Workshop, der beschäftigt sich mit Vampirfilmen und mit der motivischen Nähe von Antisemitismus und dem Vampirmotiv.

00:26:29: Aber wir sprechen auch über Sachen wie Harry Potter beispielsweise.

00:26:34: in dem ersten Film tauchen diese ... Kubolde auf die Bank in Gringots arbeiten und damit natürlich irgendwie antisemitische Bilder total akkumulieren.

00:26:47: Die werden da wirklich recht addiert, also die Bank des Goldes, das Unheimliche, das Düstere ... Die kleinen Männer in ihren schwarzen Anzügen und weißen Hemden, mit den krummen Nasen.

00:26:58: Und eigentlich sind das alles antisemitische Karikaturen die wir da sehen.

00:27:03: aber natürlich sind das keine jüdischen Figuren.

00:27:05: ich würde auch deswegen nicht sagen dass es ein antisemitischer Film ist Aber ich finde's gut wenn unsere Studierenden diese Bilder verstehen und auch verstehen dass diese Bilder anschlussfähig sind.

00:27:14: Tatsächlich begegnen einem natürlich solche Figuren häufiger wo man denkt okay die könnten jetzt auch aus dem Stürmer stammen.

00:27:21: Das ist tatsächlich was, denke ich, vielen Filmstudierenden nicht bewusstes und deshalb finde ich das eine ziemlich wertvolle Sache dass die da so ein Projekt zu machen.

00:27:30: Ja es ist ja auch der Allgemeinheit nicht wirklich klar aber eben ist ja ganz wichtig was Lea wohl von Haselbeck erzählt Dass es natürlich auch darum geht hier für mehr Bewusstsein zu bekommen dass hier eben antisemitische Bilder immer und immer wieder wie so ne Dauerschleife reproduziert werden.

00:27:49: Ja, wir fanden das so spannend im Gespräch mit Leer Wohl von Hadelberg und dann haben wir sie natürlich auch gleich danach gefragt wie den grundsätzlich Jüdinnen und Juden im deutschen Film sichtbar werden.

00:28:01: Als sich dann in den USA, in den neunzigzehntigern und siebziger Jahren so eine neue selbstbewusstere jüdische Sichtbarkeit im Film entwickelt hat.

00:28:10: Also ganz die bekanntesten Beispiele, die einem wahrscheinlich einfallen sind, wo die Eln und Barbara Streisend aber es gibt eben auch noch andere.

00:28:18: Dann ist eigentlich von dieser Welle in Deutschland vor allem die Volklore angekommen Versuche, die es in der deutschen Filmgeschichte natürlich gab und auch Fernseh-Geschichte ein jüdisches Leben von innen zu zeigen.

00:28:31: Mal fern ab dieser Stereotype und dieser sehr festgefügten Figurtypen.

00:28:36: Das ist doch ich würde sagen in einem sehr didaktisch vermittelnden Gestosstecken geblieben.

00:28:42: also diese Coolness und Leichtigkeit, die das in den USA hatte hat hier einfach nicht funktioniert.

00:28:47: Ich glaube aus einer ganzen Vielzahl an Gründen aber es hat einfach nicht um Stereotyp und holzschnittartig geblieben.

00:28:56: Lange Zeit, bis sich in den letzten Jahren da was verändert hat.

00:29:00: Und Jewish Nuss Anders sichtbar wird im deutschen Film.

00:29:03: also die Serie Unorthodox ist in dem Kontext sicherlich zu nennen.

00:29:08: Freitag nach Jews der Erfolg von Marcel Toff Cocktail dem Kurzfilm von Akadi Hayat und jetzt jüngst die Serie Die Zweiflers das sind alles Beispiele dafür dass Jüdischkeit erzählt werden kann mit anderen Stereotypen.

00:29:22: Ich würde gar nicht sagen ohne Stereotype, aber mit anderen.

00:29:26: Und was auch sehr interessant ist an diesen Beispielen, dass alle diese Filme sehr viel erfolgreicher waren als man antizipiert hat.

00:29:32: Das heißt die sind eigentlich sozusagen erst mal auf Slots gelaufen.

00:29:35: oder bei Mastletof Cocktail war es ja kein Sendeplatz, aber ein Kurzfilm der auf einmal in allen Schulen läuft und auf allen Festivals hoch- und runtergezeigt wird für die Bildungsarbeit verwendet wird usw.

00:29:46: Also das ist auf einmal und da scheint irgendwie ein Umbruch zu passieren.

00:29:50: Und jetzt ist natürlich die Frage, was heißt es eigentlich nach dem siebten Oktober?

00:29:55: Wie geht das jetzt weiter?

00:29:56: Ist es so dass dieser Moment von einer jüdischen Lebendigkeit auf der Leinwand und Hit Screens jetzt vorbei ist oder geht das weiter?

00:30:06: Da kann man glaube ich.

00:30:07: also kann ich im Moment nur einen Fragezeichen dran machen.

00:30:10: Ich musste beim hören bisschen schmunzeln.

00:30:13: Sie beschreibt das ja sehr schön, dieses didaktische und holzschnittartige was auch nicht ganz verschwunden ist.

00:30:19: also man findet es immer wieder vor allem auch in deutschen Krimis und ich fand das auch sehr erfrischend bei der Serie die Zweiflers zum Beispiel dass da mal Schauspielerinnen und Schauspielern sind die tatsächlich hebräisch können und jüdisch beispielsweise und sich nicht irgendwie erst eines abbrechen müssen.

00:30:38: Leerbol von Haselberg wirft ja eine sehr zentrale Frage auf.

00:30:41: Wie geht es jetzt weiter nach dem siebten Oktober?

00:30:43: Also das, was sich auch im deutschen Film verändert hat in Bezug auf wie stellen wir jüdische Figuren beispielsweise da?

00:30:51: Wie werden jüdischen Themen verhandelt nach dem SiebtenOktober und was der Siebte Oktober auch in der Filmbranche ausgelöst hat?

00:31:02: Das wollten wir natürlich auch von Lars Henrik Gas wissen.

00:31:06: also es gab In der deutschen Filmbranche nach dem siebten Oktober, wie in anderen Bereichen der Kultur eine große Regungslosigkeit.

00:31:16: und Regungslossigkeit ist ja auch die Waffe des Antisemitismus.

00:31:19: Das soll ja in der Zivilgesellschaft erreicht werden Und so hat sich also weder die deutsche Filmakademie noch irgendein Verband hinter Personen oder auch Gruppenveranstaltungen Institutionen gestellt, die antisemitisch angegriffen wurden.

00:31:37: Ich glaube, das kann man mal festhalten.

00:31:39: Dass sozusagen die Verbände also sozusagen Institutionen, die eigentlich ja einzelne Schützen sollen vor Angriffen komplett versagt haben nach dem siebten Oktober in Deutschland nicht nur im Bereich Filme sondern generell im Kulturbereich.

00:31:55: Man kann sagen je wirtschaftlicher dass Selbstverständnis ausgerichtet ist im Filmbereich desto weniger antisemitische Einlassungen und Tendenzen waren zu spüren.

00:32:07: Und je künstlerischer vom Selbstverständnis, desto antisemitischer waren die Erhaltungen, die zu verzeichnen waren.

00:32:15: Kurz nach dem siebten Oktober-Zw.A.

00:32:18: riefen die Kurzfilmtage über ihren offiziellen Facebook Account zur Teilnahme einer Solidaritätsgrundgebung für Israel am Brandenburger Tor auf.

00:32:27: Post hieß es, Zitat eine halbe Million Menschen sind im März hier auf die Straße gegangen um gegen Russlands Überfall auf die Ukraine zu protestieren.

00:32:37: Das war wichtig!

00:32:38: Bitte lasst uns jetzt ein mindestens genauso starkes Zeichen setzen – zeigt der Welt dass die Neuköllner, Hamas-Freunde und Judenhasser in der Minderheit sind.

00:32:47: Kommt alle bitte!

00:32:50: In der Folge kam es zu Protest- und Boykottaufrufen, die sich gegen das Filmfestival aber auch gegen Lars Henrik Gas richteten.

00:32:58: Ihm wurde unter anderem Rassismus vorgeworfen – es wurden Petitionen veröffentlicht, die seinen Rücktritt gefordert haben.

00:33:06: Wenige Tage später veröffentlichte Lars Henri Gas einen weiteren Post in dem er seine Äußerungen einordnete und klarstellte.

00:33:14: Zitat Der Post verurteilte die Ereignisse vom siebten Oktober und die antisemitischen Reaktionen darauf.

00:33:20: Meine Absicht war nicht, die palästinensische Bevölkerung pauschal zu stigmatisieren – weder in Deutschland noch darüber hinaus!

00:33:28: Ich bedauere, dass dieser Eindruck entstanden ist.

00:33:30: Es handelte sich um einen spontanen Aufruf, indem sich Trauer Empathie, Entsetzen und Wut über den Terror vom siebten Oktober artikulierten.

00:33:38: Das Festival bleibt an Ort des freien Denkens unter Diskussion von dem sich niemand seiner politischen Einstellung oder kulturellen Herkunft wegen ausgeschlossen fühlen

00:33:47: soll.".

00:33:53: Die anonym gesteuert wurde bei all diese Kampagnen direkt nach dem siebten Oktober.

00:33:59: Und darauf haben sich dann am Ende fast zweitausend Unterschriften gefunden, es gab da noch eine kleinere weitere Kampagne mit etwa sechshundert Unterschriften die aus anderer Richtung gesteuerd wurden und das hat dazu geführt dass wir erheblich boykottiert wurden.

00:34:18: also Filme wurden zurückgezogen Teilnahmen wurden abgesagt Wir waren komplett isoliert.

00:34:26: Ja, das ist schon eine ziemlich krasse Schilderung die dort passiert ist denn er teilt an Posting und man kann sich jetzt über die Formulierung, über das wording, kann man sich jetzt unterhalten ob man unbedingt Neuköllner, Hamas-Freunde und Judenhasser schreiben muss.

00:34:42: also wir stellen sich da auch automatisch ein bisschen die Nackenhaare zu Berge.

00:34:46: Aber damals gibt es eben auf der Sonnenallee diese Hamast-Tanztruppe Samidun, die glücklicherweise mittlerweile verboten worden ist.

00:34:54: Die Süßigkeiten an Passanten verteilen Ausfreude über die Massenmorde am siebten Oktober und dass man sich dann über die möglicherweise verfehlte Formulierung von Lars Henrik Gast irgendwie aufregt.

00:35:07: Anstatt das was der Anlass ist nämlich, dass hier ein Massenmot mitten in einer deutschen Innenstadt gefeiert wird.

00:35:14: Das finde ich doch sehr bemerkungswert!

00:35:16: Wir haben uns dann natürlich gefragt, wie diese Filmbranche mit Lars Henry Gast dann im Anschluss umgegangen ist.

00:35:22: Wurde er unterstützt?

00:35:24: Wurden ihm geholfen?

00:35:25: Wie haben Leute auf diese aggressiven Beugottaufrufe

00:35:29: reagiert?".

00:35:30: Es gab von keinem Verband weder von den Verbänden die ich selbst gegründet habe derer zwei an der Zahl noch von einem anderen Verband von irgendwelchen anderen Institutionen Ich gehe mal aus vom Deutscher Kulturrat über Sonstige Kulturverbände, irgendeinfach ein Zeichen der Solidarität oder der Unterstützung.

00:35:51: Ganz im Gegenteil man hat uns komplett im Stich gelassen in dieser Angelegenheit.

00:35:57: Niemand, niemand hat zu irgendeiner Zeitpunkt den Versuch unternommen mit uns ins Gespräch zu kommen und der Charakter dieser Kampagnen beruht ja darauf dass sie unilateral sind.

00:36:08: es gibt keinen Dialog.

00:36:11: Natürlich habe ich das Gespräch zu einzelnen Personen gesucht.

00:36:14: Das ist in jedem Fall gescheitert, wir sprechen hier über Ideologie und Ideologie kann nicht durch Bildungsanstrengungen angegriffen werden.

00:36:25: Und das ist glaube ich auch ein bisschen das Missverständnis in weiten Teilen der Zivilgesellschaft dass man Ideologie durch Bildung überwinden könne.

00:36:34: Also ich nehme mal Pass Pro Toto, das Dokument des deutschen Kulturrats vom ersten Juli.

00:36:41: Also wo gibt man genau diesen Missverständnis aufsitzt?

00:36:46: Man tritt selbst nicht vor Opfer solcher in das antisemitischen Kampagnen und verweist immer auf eigene Bildungsanstrengungen.

00:36:56: also das funktioniert nicht.

00:36:58: Ich habe dann Interviews gegeben, ich habe auch in der Öffentlichkeitsarbeit darauf reagiert und ich habe versucht das was in diesem Prozess passiert wie sich Leute uns gegenüber Verhalten zurückzuspiegeln in die Öffentlichkeit.

00:37:15: Und diese Gegenwehr ist genau das was dann zu weiteren Angriffen führte.

00:37:21: Und das ist auch eine interessante Erkenntnis aus diesem Prozess gewesen, dass ich dann wiederholt aufgefordert wurde wie man es nannte nicht zu provozieren und die Wahrheit zu sagen galt als Provokation.

00:37:34: Das hat im Grunde für mich völlig unmöglich gemacht weiter in einem antisemitischen Kontext zu arbeiten.

00:37:42: also ich wollte dann auch tatsächlich in diesem Bereich nicht mehr tätig sein.

00:37:48: Ein Angriffspunkt gegen mich war ja der Umstand, dass das erste große Interview, das ich gegeben habe mit der Welt geführt wurde – also dem Springerkonzern.

00:37:58: Und wir wissen ja, dass sich der Springer-Konzern ganz klar immer gegen Antisemitismus eingesetzt hat und das galt gewissermaßen als Indice, dass ich ein Rechter sei.

00:38:11: Ich wurde auch in der Folge als Verschist und Nazi geschimpft.

00:38:15: Sie können in einem Feld nicht bestehen und erfolgreich arbeiten, wenn sie in der sogenannten Branche keinen Rückhalt haben.

00:38:24: Und auch politisch

00:38:24: nicht.".

00:38:26: Er formuliert einen klaren Anspruch an verantwortliche und an Interessensverbände, der eben bedeutet okay wir brauchen jetzt keine Lehrformeln Statements und Verweise auf was man alles gemacht hat, sondern klar auch eine Aussage das geht nicht.

00:38:42: Und wir stellen uns hier jetzt vor diejenigen, die angegriffen worden sind.

00:38:47: Das kann man jetzt mal aus der Sicht eines Betroffenen einfach mal so hinnehmen und auch stehen lassen.

00:38:52: Das ist denke ich ein Punkt über dem man durchaus nachdenken kann bei diesen und ähnlichen Fällen.

00:38:57: Wir haben das ja auch in den vorherigen Folgen gehört dass das eben etwas ist, dass man sagt okay wir wollen von Interessen verwenden eben auch dass sie sagen das geht Das darf nicht passieren.

00:39:07: Und eben, die Tendenz ist natürlich immer eher auszugleichen und sagen so ja hier sind zwei Leute und streiten sich umso weiter und sofort.

00:39:13: Die Konsequenz letztlich aus seiner sehr starken Positionierung ist eigentlich gewesen dass er sehr isoliert gewesen ist obwohl es auch prominente Unterstützer gab also allen voran natürlich die Literatur Nobelpreisträgerin Hertha Müller die in der FAT einen längeren Artikel geschrieben hat und das Verhalten gegenüber ihm angeprangert hat Und er hat auch den Ernst Kramer, Preis der deutsch-israelischen Gesellschaft verliehen bekommen.

00:39:39: Wir haben dann mit Lea Wohl von Haselberge gesprochen die ja auch Programmdirektorin des jüdischen Filmfestivals ist und wollten gerne wissen was sich für das Filmfestival geändert hat nach dem siebten Oktober.

00:39:52: Für uns als jüdisches Filmfestivale hat es natürlich viele.

00:39:56: Also, es hat uns natürlich total erschüttert.

00:39:58: Wir haben danach das erste Mal ein Festival mit Sicherheit gemacht.

00:40:03: Wir hatten immer Polizeischutz bei der Eröffnung, wo viel politische Prominenz auch da ist.

00:40:09: Das ist ganz klar!

00:40:10: Das funktioniert aber nach Protokoll der PolitikerInnen und nicht nach dem was wir vorgeben.

00:40:16: Ansonsten waren wir bei unseren ganz regulären Screenings immer ein offenes Haus ohne ... Sicherheitsvorkehrung größerer Art.

00:40:25: Und das hat sich geändert, dass vielleicht die größte Veränderungen ... Das Zweite ist natürlich, dass wir sehen wie stark die israelische Filmbranche unter Druck steht, die eben nicht mehr die Möglichkeiten hat, israelischen Filme so stark international zu zeigen als vorher und ... Dadurch natürlich die jüdischen Filmfestivals für israelische Produktionsfirmen deutlich wichtiger werden als ein internationaler Ort, wo die Filme gezeigt werden können.

00:40:56: Für mich ist es immer wieder skandalös und empören das eben so ein Festival jetzt nur noch unter Polizeischutz stattfinden kann und dass überhaupt also ein jüdisches Leben in der Öffentlichkeit nur mit Sicherheitsvorkehrungen stattfinden kannst.

00:41:08: Also da gibt's eine Bevölkerungsgruppe in unserem Land, die ohne Polizeischutz sich nicht öffentlich äußern können.

00:41:14: Und das muss man so als den Skandal der es ist auch mal benennen weil das kann nicht sein und ich finde dass das nicht etwas ist was wir als Öffentlichkeit hinnehmen können und das muss auch so benannt werden.

00:41:25: Das andere ist die Situation von der israelischen Filmbranche und Leer wohl von Haselberg hat das ja gesagt also jüdische Filmfestivals auch deswegen an Bedeutung gewonnen haben für israelische Produktionsfirmen, weil sie auf anderen Filmfestivals teilweise ihre Filme nicht mehr zeigen können.

00:41:42: und darüber spricht sich in dem folgenden Ausschnitt.

00:41:45: Israeliische Filme stehen von zwei Seiten unter Druck.

00:41:48: Das eine ist, dass natürlich die Situation in Israel sehr schwierig ist und die Filmbranche eben auch oder die Films sehen Israel zum Teil auch sehr kritisch, regierungskritisch und auch kritisch mit den nationalen Narrativen und Mythen schon immer umgegangen ist Und jetzt von Regierungsseite unter Druck steht.

00:42:09: Es gibt die ersten Filme, die in Israel nicht gezeigt wurden.

00:42:11: Es gab den Skandal nach den OVIR Awards.

00:42:14: Das heißt es gibt eine sehr schwierige Situationen in Israel für bestimmte Filme und bestimmte Perspektiven.

00:42:22: Und es gibt eben international großen Druck weil es eben laute und leise Beukotte gibt.

00:42:28: Die lauten Beukotten sind die wenn Festivals sich lautstark entscheiden keine israelischen Filme mehr zu zeigen oder sich eben bei Cod aufrufen oder Streikaufrufen anschließen.

00:42:39: Das ist das, was man noch sehr gut nachvollziehen kann und was man dann auch kritisch diskutieren kann, dann vielleicht auch skandalisierend in den Medien aufgegriffen wird oder eben auch versucht wird zu

00:42:49: skandalizieren.".

00:42:50: Aber was eben auch passiert, sind stille Boycott.

00:42:54: Also das Festivals oder Chinos eben nicht sagen wir zeigen keine israelischen Filme sondern die zeigen sie einfach nicht.

00:43:00: und dann gibt es natürlich nirgendwo eine Begründung wo man sagen kann ah ja das ist weil's ein israelischer Film ist sondern tauchen einfach nicht mehr auf.

00:43:08: Ich fand wichtig, dass Leerwohl von Haselberg hier auch zwischen den Lauten und den Leisenbeugkotten unterscheidet.

00:43:13: Die Lauten sind ja offensichtlich aber die Leisen-Beugkotte sind natürlich auch insbesondere für die Betroffenen ein großes Problem weil es sich hier ganz oft nicht etwas ganz eindeutig zuordnen lässt und dann ganz viel auch im Nebulösen verbleibt und stelle ich mir in der Situation tatsächlich auch sehr schwierig vor wie man dann eigentlich damit umgeht.

00:43:39: Aufgrund dieses Leisenboy-Cots kann man das aber auch nicht wirklich adressieren und jemanden zur Verantwortung

00:43:44: ziehen.".

00:43:46: Wir haben Lars Henry Gas, auch nach seinen Berührungspunkten zu jüdischen, israelischen oder antisemitismuskritischen FilmemacherInnen gefragt.

00:43:56: Das war ja auch eine ganz interessante Erfahrung, dass ich zuvor überhaupt nicht darüber nachgedacht habe wer ein jüdischen Background hat.

00:44:05: Wer wie sich in diesem Bereich positioniert und so weiter.

00:44:09: das war so einen Grundrauschen, dass Ich in keiner Form in meiner Arbeit wirklich im Fokus hatte.

00:44:16: Und natürlich gab es dann nachdem ich mich positioniert hatte auch Solidaritätsadressen von Leuten, die ich nicht kannte.

00:44:25: Teilweise auch sehr prominenten aber wenigen ganz klar und auch aus einem politischen Spektrum dem ich mich zuvor und heute noch nicht zugeröhrt fühlte Und in diesem Zusammenhang haben sich natürlich auch viele jüdische Stimmen bei mir gemeldet.

00:44:41: Ich hatte natürlich auch Unterstützung ohne jetzt Namen zu nennen Von Leuten Beratung Die tatsächlich aus der jüdischen Kultur kommen.

00:44:52: Wir haben Lea wohl von Hadelberg auch danach gefragt, wie es jüdischen FilmemacherInnen nach dem siebten Oktober geht.

00:44:59: Ja das ist glaube ich genau der Bereich wo ich als Wissenschaftlerin so gar nichts zu sagen kann aber als Festivalmacherin die natürlich mit Leuten redet natürlich irgendwie schon.

00:45:11: Natürlich ist es für Jüdinnen und Juden die bei Filmfestivals arbeiten Die Filme machen natürlich natürlich schwer weil Sie in dieser Gemengelage den Antisemitismus spüren, natürlich auch die Empathielosigkeit und Kälte teilweise sehr stark abbekommen.

00:45:31: Und natürlich auch permanent mit Zuschreibungen konfrontiert sind also sich auch positionieren sollen äußern sollen das vielleicht gar nicht wollen können in bestimmten Situationen und Kontexten.

00:45:44: Also natürlich ist die Arbeitssituation sehr schwierig Aber ich könnte nicht sagen, ob sie schwieriger ist als in anderen Bereichen.

00:45:51: Weil dafür müsste man Zeit wirklich mal genauer betrachten und das kommt glaube ich sehr stark darauf an.

00:45:58: aber natürlich wenn es Skandale gibt wie beispielsweise bei der Berlinale die ja auch weil man sie genauer anschaut einfach zeigen dass es Konflikte und Reibungen gibt zwischen Mitarbeitenden und Festivalleitungen Dann kann man sich natürlich sehr leicht vorstellen, dass jüdische Mitarbeitende da sehr schnell auch zwischen die Fronten geraten keinen leichten Stand haben.

00:46:25: Dass nicht die einfachste Arbeitssituation ist!

00:46:27: Und natürlich auch nicht die beste Situation ist für jüdische Filmemacherinnen und Firmemacher, die beispielsweise an jüdischen Stoffen arbeiten.

00:46:35: Was ja nicht selbstverständlich ist, weil viele jüdischer Filmschaffende machen ja überhaupt nichts mit zu jüdischem Themen.

00:46:40: Aber es ist natürlich auch eine schwierige Situation um an bestimmten jüdlichen Stoffe zu arbeiten.

00:46:47: Vielleicht auch Ideen, die es schon länger gibt in den Filmen, was teilweise sehr lange Produktionszeiten hat... Und da gerät man natürlich dann auch in so tagespolitische Gemägenlagen mit.

00:47:01: Natürlich ist der siebte Oktober bei uns ganz präsent gewesen im Festival, in den Filmen aber ich würde da... zweilei unterscheiden.

00:47:10: Wir haben natürlich kuratorisch reagiert auf den September und Oktober, weil wir auch ein innerjüdischer Raum sind und das ganz wichtig für uns ist, dass wir es sind.

00:47:20: Das heißt, wir müssen die Themen adressieren, die jüdische Communities in Berlin bewegen und umtreiben.

00:47:27: Deswegen muss der September dann Platz haben.

00:47:30: Und wir hatten in diesem Jahr einen Kurzfilmprogramm zum September und October, was wir kuratieren konnten, weil schon genug Filme gemacht wurden.

00:47:37: sich damit auf sehr unterschiedliche Weise, aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beschäftigen.

00:47:42: Und im Vorjahr hatten wir ein Programm tatsächlich zu Filmen über terroristische Anschläge weil wir die Idee hatten zu sagen naja also man kann den siebten Oktober ja in unterschiedliche Richtungen auflösen und eins ist eben zu sagen das es einen terroristischer Anschlag der Gesellschaften eigentlich in Angst und Sprachlosigkeit versetzen soll.

00:48:04: Und was eine demokratische Gesellschaft schaffen muss, ist wieder ne Sprache zu finden und die Angst zu bewinden.

00:48:09: Das Kino ist ja vielleicht ein Ort wo das schon an anderen Beispielen, die auf vielen eben noch total anders sind als der siebte Oktober aber schon gelungen ist also wo einfach Filme gemacht wurden über den Anschlag in Paris, in Bataqlant beispielsweise um genau diese Angst und diese Schockstarre auch zu überwinden und wieder entsprechend zu kommen.

00:48:30: Und damit auch aus dieser ohnmächtigen Haltung herauszukommen, das heißt da haben wir eine Filmreihe gemacht die sich gar nicht mit dem siebten Oktober an sich beschäftigt hat aber eigentlich einen Raum schaffen sollte über Dinge nachzudenken, die mit dem september zu tun haben.

00:48:44: Das finde ich sehr interessant Terror und seine Funktion, Angst und Schockstarre zu erzeugen ins Zentrum zu stellen.

00:48:51: Weil das ja auch das Abstoßende des Terrors ist, dass er sich eben gegen wehrlose Leute in Clubs auf einer Feier am Strand richtet an Leute, die einfach nur ihren alltäglichen Tätigkeiten nachgehen und diese eben als Feinde markiert weil sie eben als jüdisch gesehen werden oder auch im Bataclan als Ungläubige betrachtet werden.

00:49:16: Und dass eine Antwort darauf ist einerseits natürlich weiterzumachen und andererseits aber auch sich damit auseinanderzusetzen was das für eine abstoßende widerwertige Strategie ist ganze Gesellschaften in Schockstarre zu versetzen und es eben auch auszusprechen.

00:49:31: Wichtig finde ich, wenn wir über die Frage auch von Empowerment sprechen.

00:49:34: Dass es ja auch eine Form von Empourment ist, Filme über den siebten Oktober zu zeigen – das sagt Lea wohl von Haselberg ja ganz klar, dass es ne kuratorische Reaktion war auf den sieben Oktober also auch die Erfahrungen des siebsten Oktobers als solche ganz konkret in den Raum zu stellen und zu fragen was für Ne Bedeutung hatte dieser Tag und hat dieser Tag eigentlich?

00:49:56: Und wir haben uns natürlich die Frage gestellt, warum haben andere Filmfestivals nicht auch auf diese Art und Weise reagiert?

00:50:03: Und das zu ihrem kuratorischen Schwerpunkt beispielsweise gemacht.

00:50:06: Ich glaube, die freundlichste Erdeutung ist zu sagen dass es vielfach die Vorstellung gibt wenn man Filme über den siebten Oktober zeigt und wenn man an den sieben Oktober mit all den Toten Der Gewalt und all dem, was sozusagen das bedeutet.

00:50:22: Wenn man daran erinnert ist es eigentlich schon eine Form von Ticking-Sides.

00:50:27: Ich glaube dass das eigentlich eine Idee ist die sehr stark vorherrscht bei all denjenigen Die nicht tiefer eingestiegen sind in den Diskurs.

00:50:34: Und ich finde ja zwei Jahre nach dem siebten Oktober zwei Jahre Nach Beginn des Kriegsengasern gibt's eigentlich keine Entschuldigung immer zu sagen ich kenne mich halt nicht aus sich weiß halt nicht Bescheid.

00:50:46: Das ist alles so kompliziert im Ausblick.

00:50:49: Ich finde nicht, dass man sich darauf noch zurückziehen kann.

00:50:51: Wenn man kulturelle Räume kuratiert, also wenn man Diskursräume in der Gesellschaft kuratieren verantwortet öffnet und das ist ja das was man macht als Veranstalter oder Veranstellerin.

00:51:01: Wir wollten natürlich auch von Lars-Henrik Gas wissen, was er jetzt eigentlich für Konsequenzen gezogen hat aus seinen Erfahrungen?

00:51:09: Ich habe natürlich meine Lehren gezogen aus diesen Erfahrungen Und ich glaube auch hier gilt, solchen Kräften kein Forum verschaffen darf und das hat nichts damit zu tun, Meinungsfreiheit nicht zu achten.

00:51:26: Für mich ist Antisemitismus keine Meinung sondern eine Ideologie die kein Forum erhalten darf und da bin ich auch sehr konsequent.

00:51:38: Da gibt es überhaupt nichts zu diskutieren Und ich finde es leider bedauerlich und das ist auch die tragische Konsequenz, dass gerade der Antisemitismus aus den engemanzipatorischen Bewegungen kommt.

00:51:51: Dass man die Aufgabe der Regulierung von Antisemitism Rechtenbewegung überlassen hat.

00:51:58: Man kann Antisemiten nicht resozialisieren Das ist ein völlig unmögliches Unternehmen.

00:52:06: Man kann nur ihren Einfluss unterbinden.

00:52:09: Das ist das Einzige, was man machen kann und man kann dafür sorgen dass der Einfluss möglichst gering gehalten wird.

00:52:17: Also der überwiegende Teil der sogenannten Zivilgesellschaft ist ja nicht antisemitisch.

00:52:22: Ja, das muss man ja auch mal festhalten.

00:52:24: aber er zeigt die Wirkung, die der Antisemitismus verlangt nämlich Regungslosigkeit Und die ganzen Reden von nie wieder jetzt sind ja im Grunde lachhaft, weil natürlich schon längst eingetreten war am siebten Oktober.

00:52:41: Also man muss schauen, dass der Einfluss dieser Kräfte reduziert wird.

00:52:46: Das ist das eine.

00:52:48: Das andere ist zu verstehen, dass nicht über Selbstregulierung funktionieren kann und das ist das was ich kritisiere an der Haltung des deutschen Kulturrats dass sozusagen an die Selbstverantwortung des Kulturbereichs appelliert wird.

00:53:01: Das wird nicht funktionieren, weil der Antisemitismus geht vom Kulturbereich aus – aus Gründen über die man lange sprechen

00:53:07: kann.".

00:53:08: Also er sagt ja selbst der überwiegende Teil der Zivilgesellschaft ist nicht antisemitisch, das man daran irgendwie auch festhalten muss aber sagt ja richtigerweise, dass der Antismetismus seine Wirkung zeigt in dieser Regungslosigkeit.

00:53:22: Also das heißt, selbst wenn wir davon ausgehen dass der überwiegende Teil unserer Gesellschaft nicht antisemitisch ist erstarren alle und verhalten sich nicht dazu.

00:53:31: Und dass vielleicht ja sogar das größere Problem ist als einzelne antisemitische Manifestationen.

00:53:38: Ich glaube auch, dass wir mit diesem Podcast vielleicht einen kleinen Beitrag dazu leisten.

00:53:43: Dass es eben auch im Kulturbereich und im Bildungsbereich eine Bewegung raus aus der Regelungslosigkeit gibt.

00:53:51: Also mehr Bewegungen gibt weniger Regelungslosigkeit gibt mehr Debatte gibt mehr Leute die sagen Moment das kommt mir aber seltsam vor und nicht die Klappe halten.

00:54:01: Und ich glaube, dass ist erstmal der Ansatz den ich mir für eine demokratische Gesellschaft wünsche.

00:54:10: Das war ja ein recht intensives Projekt, das wir in sehr kurzer Zeit realisiert haben und wir haben auch wirklich in wenigen Wochen mit sehr vielen Menschen gesprochen.

00:54:19: Und mir ist bewusst geworden dass wir eigentlich noch mit viel mehr Menschen hätten sprechen können die auch etwas zu erzählen haben und die einfach auch deutlich machen, dass Antisemitismus als aktuelle Gewaltpraxis tatsächlich in allen gesellschaftlichen Bereichen vorhanden ist und da ist.

00:54:34: Und gerade natürlich auch vor dem Hintergrund unserer Arbeit noch mal deutlich zu machen, dass es sich bei Antisemitismus nicht nur mein historisches Phänomen handelt, das im Jahr nineteen vierzig verschwunden ist und nach der Shoah aufgehört hat zu existieren sondern wie aktuell und wie gegenwärtig Antisemitism immer noch ist und gleichzeitig ja ich denke nach wie vor drüber nach warum dass es immer noch so schwierig ist, Antisemitismus als solchen zu erkennen und auch einzuordnen.

00:55:02: Gleichzeitig hat's mich auch inspiriert, immer wieder von Leuten zu hören die auf irgendeine Art und Weise versuchen sich selbst zu ermächtigen, sich selbst empowern.

00:55:11: Und an der einen oder anderen Stelle ist das ja durchgeklungen, dass sich bestimmte Dinge vielleicht anfangen zu verändern weil es eben auch in bestimmten Räumen ein größeres Bewusstsein gibt sehr bemüht sind, etwas zu verändern.

00:55:27: Und das wäre halt auch meine Hoffnung an der Stelle auch weiter selbstreflexiv zu sein und so bleiben und auch über die eigenen Lehrstellen

00:55:36: nachzudenken.".

00:55:37: Wir hatten jetzt in mehreren Gesprächen die Äußerungen, dass in den letzten, sagen wir mal zwei Jahrzehnten jüdisches Leben in Deutschland viel selbstverständlicher stattfindet, viel vielfältiger auch in der Öffentlichkeit stattfindete und weniger Klischee behaftet auch verhandelt wird Aber auch, dass eben dieses neue Selbstverständnis durch den siebten Oktober zwanzig-dreiundzwanzig ganz stark erschüttert worden ist.

00:55:59: Ich glaube so viel kann man schon sagen und man kann nur hoffen, dass diese Erschütterung nicht von Dauer ist.

00:56:18: Das war die letzte von fünf Folgen an Safe Spaces einem Podcast der Gedenk- und Bildungsstätte aus der Wansäkonferenz über Antisemitismus in Berliner Bildungs- und Kultureinrichtungen.

00:56:29: Wenn euch Ansafe Spaces gefallen hat empfiehlt den Podcast gerne weiter.

00:56:32: folgt uns bei Spotify, Apple Podcast oder da wo ihr Podcast hört und gebt uns fünf Sterne.

00:56:39: Danke fürs Zuhören!

00:56:40: Wir freuen uns natürlich auch über eurem Besuch im Haus der Wannsee-Konferenz oder aber Ihr schreibt uns Eure Fragen, Anregungen, Kommentare an podcastatgawk.de.

00:56:51: Die Adresse findet ihr auch in den Schohnungs.

00:56:54: Ihr könnt uns auf Instagram folgen, besucht auch unsere Webseite unter ghwk.d.

00:57:00: Hier findet ihr alle Episoden und auch ein volltextdurchsuchbares Transkript.

00:57:07: Ich bin Deborah Hartmann,

00:57:08: Und ich bin Jakob Müller!

00:57:10: Unsafe Spaces ist eine Produktion der Gedenk- und Bildungsstätte aus der Wannseekonferenz an Studio J. Redaktion und Recherche Deborah Hartman, Jakob Müller, Hauke Jacobs & Studio J. Projektkoordination Haukel Jacobs.

00:57:23: Executive Producerin Deborah Hart Mann Für Studio J, Producerinnen Philippa Halder und Florian Ballmer.

00:57:30: Executive Producer Janis Gephardt.

00:57:33: Sound Design Aksinia Dorn und Florian Balmer gemischt von Fabian Klinke.

00:57:39: Ein besonderer Dank gilt allen Interviewpartnerinnen, die mit uns für diese Folge gesprochen haben.

00:57:44: Wir danken der Berliner Senatsverwaltung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Kultur Die die Realisierung dieses Podcasts durch Mittel aus dem Aktionsfonds zur Unterstützung vom Projekten gegen Antisemitismus ermöglicht hat.

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