Club | 3

Shownotes

Folge 3 von UNSAFE SPACES führt in die Club- und Musikkultur. Nora vom Club und Kulturzentrum ://about blank, berichtet über Anfeindungen, Drohungen und Boykottaufrufen; Dr. Jakob Baier ordnet ein, wie sich Antisemitismus in der Musik- und Clubszene äußert und warum er in Awareness-Konzepten häufig nicht vorkommt; Katja Lucker, Geschäftsführerin der Initiative Musik und Gründerin des Musicboard Berlin berichtet von Boykottaufrufen und wie in der Musikförderung auf Antisemitismus reagiert wird; Marcel Weber, Vorsitzender der Berliner Clubcommission, reagiert auf Kritik an dem Branchenverband und beschreibt den Aufbau von Awarenessstrukturen.

Wir freuen uns über Feedback zum Podcast! Hier geht es zur anonymen Online-Umfrage: https://forms.office.com/e/VLKizgtHuh?origin=lprLink oder schreibt eine Mail an podcast@ghwk.de

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Weiterführende Links:

Statement der Berliner Streamingplattform HÖR vom 05.11.2023: https://groove.de/2023/11/09/hoer-gruender-reagieren-auf-zensurvorwuerfe/

Statement der Berliner Clubcommission vom 9. Oktober 2023 auf Instagram: https://www.instagram.com/p/CyLDcysNAr/?imgindex=1

Statement der Berliner Clubcommission vom 19.12.2023: https://www.clubcommission.de/embracing-dialogue-together-for-solidarity-in-club-culture/

Statement zum ersten Jahrestag im Oktober 2024 führt erneut zu Kritik an der Clubcommission, auch intern. Dies führt unter anderem zum Austritt des Mitgründers Sascha Disselkamp: https://taz.de/Gruender-verlaesst-Interessenverband/!6041713/

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Wir danken der Berliner Senatsverwaltung für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Kultur, die die Realisierung dieses Podcasts durch Mittel aus dem „Aktionsfonds zur Unterstützung von Projekten gegen Antisemitismus“ ermöglicht hat.

Transkript anzeigen

00:00:02: Berlin, Anfang November.

00:00:05: In den Studios einer Musikplattform.

00:00:07: Sie ist für ihre Videolive-Streams mit aufstrebenden DJs bekannt.

00:00:13: Ein junger Mann betritt einen weißgekachelten Raum der in gelblichen Näh und Licht erstrahlt.

00:00:22: vor ihm Turntables, Decks ein Mischpult mit allerlei Regeln und Knöpfen.

00:00:28: Frontal davor ist eine Kamera auf einem Stativ aufgebaut die dann Auftritt live übertragen und aufzeichnen wird.

00:00:37: Viele Musikerinnen träumen davon, einmal in diesem Raum spielen zu dürfen.

00:00:43: Für einige war dieser Gig bereits das Sprungbrett zur größeren Bühne und mehr Aufmerksamkeit in der Szene.

00:00:49: Der Kanal hat inzwischen fast eine Million Abos.

00:00:52: Die Sets werden oft hunderttausendfach gestreamt auch noch Monate oder Jahre danach.

00:01:00: Der DJ streift die Kopfhörer über seine kurzen Haare.

00:01:05: Er beginnt konzentriert, die unzähligen kleinen Regler vor sich zu bedienen.

00:01:13: Öffnet er den Reißverschluss seines schwarzen Kapuzenpolovers?

00:01:16: Ein weißes T-Shirt kommt zum Vorschein.

00:01:21: Der DJ bewegt sich im Takt der Musik, ist ganz in seinem Element.

00:01:28: Nach etwa zwanzig Minuten betritt eine Mitarbeiterin der Plattform den Raum.

00:01:33: Sie signalisiert dem DJ dass er entweder das T-shirt ausziehen oder seinen Auftritt beenden soll.

00:01:41: Daraufhin verstummt die Musik!

00:01:45: Der DJ bricht sein Set ab und verschwindet aus dem Raum.

00:01:56: Auf dem Shirt Die Landmasse zwischen Jordanien und dem Mittelmeer in den Farben der palästinensischen Flagge.

00:02:02: Dazu in arabischer Schrift, Palästina.

00:02:06: Auf dieser Karte existiert der Stadt Israel nicht.

00:02:11: In den Tagen danach entleht sich in der elektronischen Musik-Szene ein Sturm.

00:02:15: auf Social Media entstehen Boykottaufrufe gegen die Plattformen Und Anfeindungen gegen die israelischen Betreiber.

00:02:22: Einige DJs löschen ihre bisherigen Sets von ihren Profilen andere sagen zukünftige Auftritte ab.

00:02:29: Die Plattformbetreiber betonen, sie seien bereit gewesen mit dem DJ darüber zu sprechen warum Sie das T-Shirt als problematischer achten.

00:02:38: In einer Erklärung heißt es später Wir unterstützen von ganzem Herzen das Recht des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung und Freiheit!

00:02:47: Wir haben gesehen dass viele Künstlerinnen unsere Plattform nutzen um ihre Solidarität mit den Palästinenzischen Volk zu zeigen indem sie T-shirts Schals und Flaggen tragen Und weiter.

00:03:00: Wir glauben an die Meinungsfreiheit und haben weder Flaggen noch friedliche Slogans zensiert, und werden dies auch in Zukunft nicht tun.

00:03:07: Es gibt jedoch Symbole, die für bestimmte Zielgruppen kontrovers sind – und die wir nicht zulassen

00:03:12: werden.".

00:03:16: So oder so ähnlich hat sich der Vorfall Anfang November.

00:03:26: Dort legen regelmäßig DJs auf, denn Sets live mit Video auf dem YouTube-Kanal der Plattform gestreamt werden.

00:03:33: Im Nachgang zu diesem Vorfall wurde die Plattform massiv angegriffen und boykottiert.

00:03:39: Auf X, vormals Twitter wurden Fotos der zwei israelischen Betreiber geteilt und ihnen vorgeworfen dass sie ehemalige IDF Soldaten seien – in Israel gilt für fast alle Bürgerinnen Beerpflicht!

00:03:51: Solche Boykottaufrufe bleiben natürlich nicht folgenlos vor allem nicht für die Menschen, die davon unmittelbar betroffen sind.

00:04:04: Willkommen zu dritten Folge unseres Podcasts Unsafe Spaces!

00:04:08: In dieser Episode beschäftigen wir uns mit Antisemitismus in der Berliner Club- und Musik Szene.

00:04:16: Ich bin Deborah Hartmann, Direktorin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz

00:04:21: Und ich bin Jakob Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Haus der Wanseekonferenz.

00:04:26: Für viele ist Club-und Musikkultur ein Ort an dem Menschen in der Musik aufgehen wo Gemeinsames erleben Körperlichkeit, Freiheit und Eskapismus für eine Nacht den Alltag ablösen.

00:04:38: Doch in genau diesen Räumen häufen sich spätestens seit dem siebten

00:04:41: Oktober-Zw.A.B.,

00:04:43: Berichter über antisemitische Anfeindungen bei Kottdruck-, Schmirrereien-und Übergriffe.

00:04:48: Diese Folge erzählt wie sich eine Szene die sich selbst als progressiv und safe versteht gerade für Jüdinnen und Juden und für alle die sich gegen Antisemitismus positionieren zunehmend unsicher anfühlt.

00:05:04: Jakob was verbindest du mit Berliner Clubs, du bist ja hier auch aufgewachsen.

00:05:08: Ja, nicht unbedingt im Club.

00:05:10: Aber... Verruhigend!

00:05:13: Ich habe bei deiner Einladung tatsächlich nachdenken müssen ob ich mit Club mittlerweile nicht vielleicht auch Stress verbinde.

00:05:19: irgendwie kommst du rein?

00:05:20: Kommst du nicht rein ist es laut musst du dich anstellen für die Getränke tralala und so weiter und sofort.

00:05:25: aber ich bin einfach auch sehr sehr alt viel älter als du.

00:05:27: natürlich wollte

00:05:28: ich auch sagen

00:05:29: das mag dazu beitragen aber natürlich im positiven Effekt sind es natürlich Erlebnisse.

00:05:34: die einzige Artik sind hierhin mit Leuten verbinden Und wenn du öfter in einen Club gehst, das ist natürlich auch ein vertrauter Ort an dem du dich befindest und an den Sachen stattfinden die vielleicht ansonsten nicht so stattfinden.

00:05:47: Aber tatsächlich also im meinem aktuellen Leben mit Familie feste Arbeitsstelle usw.

00:05:53: zu fort spielt Club eher eine untergeordnete Rolle mittlerweile.

00:05:56: Ja ich befürchte... Ich war immer schon so ne graue Maus weil ich tatsächlich sehr selten in Clubs gegangen bin Auch in meinen jüngeren Jahren Weil ich es genau so empfunden habe, wie du vorhin gesagt hast.

00:06:06: Nämlich mit Stress und der Frage komme ich rein, komme ich nicht rein?

00:06:10: Wie muss ich mich anziehen?

00:06:12: was ist in, was is out?

00:06:13: Insofern waren Clubs für mich immer eher eine Belastung.

00:06:16: Ja das erscheint so dass wir wirklich die Experten für Club Kultur sind eindeutig.

00:06:21: Deshalb ist vielleicht auch ganz gut, dass wir mit vier Menschen gesprochen haben, die aus der Clubkultur kommen und uns auf die Frage geantwortet haben, Das bedeutet Club für dich.

00:06:36: Marcel Weber ist Vorsitzender der Berliner Klubkommission, seit twenty-fünf Jahren im Clubleben aktiv und war dreizehn Jahre Geschäftsführer im queeren Club Schwutz.

00:06:47: Gleichzeitig ist Berlin aber so ein Sammelbecken wo Leute mit einer ganz spezifischen Idee von Freiheit herkommen.

00:06:54: Jakob Bayer ist Sozialwissenschaftler, forscht eine Universität Bielefeld unter anderem zu Antisemitismus in der Kulturproduktion Momente der Euphorie schafft und ich glaube auch, dass der Club so eine Ansammlung von Glückssuchenden ist.

00:07:15: Katja Luka ist Geschäftsführerin der Initiative Musik.

00:07:19: Sie gründet ja zum Jahr zehntausend dreizehn das Music Board Berlin welches unter anderem das Pop-Kultur Festival ausrichtet.

00:07:25: Dass Berlin immer noch ein Sehnsuchtsort für ganz viele ist.

00:07:29: alle sagen man findet hier sehr schnell die Communities mit denen man arbeiten will Und wir haben mit Nora gesprochen, die Seitgründung Teil des BetreiberInnen-Kollektivs des TechnoClubs und Kulturzentrums About Blankist.

00:07:45: In ihren besten Momenten war sie für mich sicherlich so was wie eine gelebte Utopie ein Zusammenkommen von Menschen mit unterschiedlichsten Herkunften, mit unterschiedlichen Identitäten, die sich zusammen gefeiert haben und in ihrer Vielfältigkeit sichtbar geworden sind und das hat eine große Kraft und Energie.

00:08:00: Die Musik hat natürlich eine sehr starke Verbundenheit oder kann eine sehr stark verbundenheit schaffen.

00:08:05: Das Ganze ist aber durchaus jetzt seit dem siebten Oktober einer Entfremdung und auch einer großen Ernüchterung gewichen.

00:08:10: Deswegen fällt es mir gerade so schwer, da emotional

00:08:12: anzuknüpfen.".

00:08:17: Vier Stimmen vier Perspektiven Freiheit-und Sehnsucht Euphorie & Verbundenheit Und DED vom Club als gelebter Utopie.

00:08:25: Und genau hier beginnt der Konflikt dieser Folge Was passiert wenn ein Raum, der für viele nach Freiheit klingt Für andere zur Zumutung wird?

00:08:34: In dieser Episode wird immer wieder die Abkürzung BDS oder BDS fallen.

00:08:39: Sie steht für Boycott, Divestment and Sanctions – also Boycott des Investitionen und Sanktionen.

00:08:47: BDS ist keine Organisation sondern ein Netzwerk unterschiedlicher Gruppen- und Aktivistinnen.

00:09:04: Der BDS-Aufruf spricht von sogenannten gewaltlosen Strafmaßnahmen.

00:09:08: Gleichzeitig zählen zu den Unterstützern der Kampagne aber auch Organisationen wie die Hamas und weitere Terrororganisationen.

00:09:15: Der Bugot richtet sich nicht nur gegen israelische und multinationale Konzerne, sondern auch gegen die Kooperation mit israelischen Institutionen im Bildungs- und Kulturbereich etwa gegen israelische Universitäten, Museen oder Orchester.

00:09:30: Auch Einzelpersonen werden zur Zielscheibe, weil sie an israelischen Institutionen tätig sind oder einfach, weil Sie israelis sind.

00:09:38: Das BDS-Netzwerk agiert weltweit und formuliert konkrete Forderungen & Statements.

00:09:43: Eine Kernforderung ist ein Zitat Ende der Besetzung und der Kolonisation allen arabischen Landes – Zitatende was faktisch das Ende des Staates Israels bedeuten würde Denn es bleibt vollkommen unklar welche Gebiete konkret gemeint sind.

00:10:00: Nora haben wir ja bereits kennengelernt.

00:10:03: Nora ist vom Club-Kollektiv about Blank und sie hat uns von ihren Erfahrungen der letzten Jahre berichtet.

00:10:11: Das Blank

00:10:12: ist seit mehr als fünfzehn Jahren ein kollektivbetriebener Club am Berliner Ostkreuz.

00:10:18: Der Schwerpunkt war immer elektronische Musik, wobei auch immer andere Veranstaltungen bei uns stattgefunden haben Konzerte, Podiumsdiskussionen, Filme... Wir haben seit Gründung ein Anspruch als linker inklusiver, queer feministischer Ort mit anti-rassistischem antifaschistischen Selbstverständnis.

00:10:36: Einerseits ist es für uns irgendwann auch ein Teil unseres politischen Selbstverständners gewesen und mit Antisemitismus zu beschäftigen eine Antisemitism kritischer Haltung nach außen zu tragen, Antisметismus zu kritisieren wenn wir ihn in unserem Umfeld wahrnehmen.

00:10:53: Wir als Betreibern-Kollektiv, die wir schon öfter die Erfahrung gemacht haben, welch zerstörerische Sprenkracht auch die Auseinandersetzung um den israelisch-palestinensischen Konflikt innerhalb linker oder subkultureller Orte gemacht hat.

00:11:05: Auch weit vor dem siebten Oktober haben wir es eigentlich immer unterlassen uns zu dem Konflikts selbst zu äußern.

00:11:11: Denn der Auskonflikt wird halt nicht auf einem Dancefloor gelöst und nicht in einem Berliner Techno Club.

00:11:15: Und es gab auch schon lange so eine Haltung von Agree to Disagree.

00:11:19: Auch Veranstalterinnen, die bei uns veranstaltet haben, da waren wir durchaus bewusst, dass sie eine andere Haltung zu diesem Konflikt haben und wir haben halt uns eher auf das was uns sozusagen verbindet konzentriert und das hat viele Jahre auch im Blänk erst mal gut funktioniert.

00:11:38: So richtig bei uns angekommen ist die Debatte um den Naoskonflikt-Auskonflikten mit der Bercot-Kampagne DJs for Palestine.

00:11:47: Es war ein Aufruf auf Social Media, Israel zu boykottieren und das war das erste Mal dass diese BDS-Kampagne so wirklich in die Clubkultur reingegangen ist und versucht hat ihre Narrative zu verbreiten.

00:11:59: In dem Jahr zwei Tausendneunzen wurde zum Boykott aufgerufen gegen verschiedene Läden also unter anderem uns aber auch gegen das Konnie Island in Leipzig oder den Golden Pudel in Hamburg.

00:12:10: Also seitdem sind wir mit der Boykotte aufrufen konfrontiert und wird schändliche Komplizenschaft mit Israel vorgeworfen.

00:12:18: Wir selber haben auch versucht diese Debatte sozusagen in Veranstaltung zu adressieren, wo wir uns halt mit BDS- und Clubkultur beschäftigt haben und verschiedene Vertreterinnen auch mit unterschiedlichen Positionen aufs Podium eingeladen

00:12:30: haben.".

00:12:35: Also man muss sagen, dass in den ersten Jahren seit Jahrzehnten vor allem queere Formate unter Druck geraten sind.

00:12:41: Die bei uns veranstaltet haben mit sehr viel Anfeindung und Druck auf Social Media aber auch im privaten Umfeld ausgeübt wurde das die Veranstaltung absagen.

00:12:49: es gab auch damals so ein Open Letter der Berlin Nightlife Workers Against Apartheid.

00:12:56: wir wurden auch auf einer Liste die Index Palestine hieß als Prozionistische Kultureinrichtungen gelabelt.

00:13:03: Es gab schon sehr viele Kampagnen, Boykottaufrufe, Shitstormsdrohungen.

00:13:07: Leute sind über Social Media aber auch durchaus mit privaten Nachrichten unter Druck gesetzt worden nicht bei uns zu spielen.

00:13:14: Die Vorwürfer haben sich daran festgemacht dass wir es vermieden haben einseitig Israel zu kritisieren oder die BDS-Kampagne öffentlich zurückgewiesen und kritisiert haben.

00:13:25: Das allein hat schon gereicht.

00:13:28: Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass es einfach da eine große Sehnsucht danach gibt sich die Welt zu erklären.

00:13:34: Und das möglichst einfach und gut und böse, einen Freund feindt die Welt also aufzuteilen.

00:13:40: Es gibt ganz viel Unwissenheit und viele Menschen, die sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben wieder mit Antisemitismus noch mit dem Auskonflikt und es gibt ganz große Angst glaube ich sich falsch zu positionieren.

00:13:51: Das ist halt auch ne Art nen Trendthema.

00:13:53: Man kann sich damit selbst sehr leicht moralisch aufwerten.

00:13:57: Wir haben sozusagen auch die Erfahrung schon vor dem siebten Oktober gemacht, dass man Antisemitismus halt irgendwie verurteilt.

00:14:03: Aber es ist eigentlich gar kein Begriff davon gibt und dass er eher sowas als etwas Historisches verstanden wird.

00:14:10: Genau das es halt schon noch eine Weigerung gibt, Antisemitism als eigenständige Diskriminierung überhaupt anzuerkennen.

00:14:17: So hat beispielsweise die Clubkommission in Berlin den Antisematismus bis zum siebthen Oktober gar nicht als eigenständiges Unterdruckungsverhältnis behandelt in ihrer Awareness-Akademie, sondern im besten Fall sozusagen als Unterkategorie von Rassismus.

00:14:36: Das Jahr vierundzwanzig das war eigentlich das schwerste Jahr der Clubgeschichte.

00:14:41: Wir haben viele, viele Absagen, viele Hetzkampagnen und viele Beschimpfungen erlebt.

00:14:48: Es gab in den ersten Monaten nach dem siebten Oktober und auch dem Statement was wir den Tagen danach veröffentlicht haben Gab es eine Serie von Schmierereien, Fikalien-Würfen und anderer physischer Aktakten gegen uns?

00:15:03: Menschen die im Blank arbeiten oder auflegen oder veranstalten wurden.

00:15:07: Aufgrund dieser Herzkampagnen und der Lügen, die auf Social Media auch verbreitet worden sind massiv unter Druck gesetzt.

00:15:13: Wir werden als Sionnazis oder als Faschisten angefeindet.

00:15:17: Es kam auch direkt vor Ort zu Bedrohungen und Beleidigungen von Mitarbeitenden Klub, so was wie Aufkleber.

00:15:26: Da steht dann Killing Juice is not resistance und dann ist das Not durchgestrichen.

00:15:31: also sehr heftige Dinge.

00:15:35: aber besonders unter Beschuss stehen wir bei Veranstaltungen zum Thema Antisemitismus oder bei Veranstalten Gerdners Massaker vom siebten Oktober erinnern und solche Veranstaltung können aktuell oder derzeit danach vor allem auch nur unter erhöhtem Sicherheitsvorkehrung stattfinden.

00:15:51: Zum Beispiel haben wir im Januar zwanzig vierundzwanzig das erste Mal Filmaufnahmen von dem siebten Oktober gezeigt, also vom Massaker auf dem Nova Festival.

00:16:00: Es waren auch Überlebende anwesend die davon berichtet haben und am selben Abend gab es einen Buttersäureanschlag auf das Blank.

00:16:08: oder die Wochenzeitung Jungle World hat eine Veranstaltung bei uns organisiert Die nachgefragt hat, warum es in der Klubkultur so wenig Empathie mit den jüdischen Opfern gab.

00:16:17: Ein paar Tage später haben wir das Rote Hamas Dreieck an der Hauswand gehabt.

00:16:24: Auch Veranstaltungen, die explizit für Gasernothilfe oder für NGOs wie Carlos und Erzsohne Grenzen gesammelt haben, blieben von Protest nicht verschont.

00:16:32: Da standen dann Leute vor dem Laden und haben Flugblätter verteilt gegen diese Veranstaltung und gegen das Blankwashing – was ist denn für sie wahr?

00:16:41: Es gab ja schon vor dem siebten Oktober, aber es ist auch gerade nach dem sieben Oktober einfach ganz viele Absagen von DJs.

00:16:48: Im Sommer vierundzwanzig sind uns ganz, ganz viele Veranstaltungen sehr kurzfristig kollabiert.

00:16:53: Ich habe Leute gesehen die wirklich darunter zusammengebrochen sind weil sie so stark angefeindet worden sind dass sie bei uns veranstalten wollen.

00:17:00: Aber es gab auch tatsächlich ganz viele Leute die in diesem Klima der Angst sich nicht mehr getraut haben bei unserer Anstaltung weil das natürlich auch ein stückweiten wirtschaftliches Risiko ist.

00:17:08: Das Blank oder wir waren halt ganz toxisch, das heißt es gibt auch ganz viel Kontaktschuld.

00:17:13: Also der DJ, der bei uns gespielt hat wird halt nicht mehr woanders eingeladen oder Veranstalten die bei uns veranschaltet haben können dann nicht woanders Veranstaltungen.

00:17:21: oder es geht dann so weit dass Labels dafür angegriffen werden, dass ihre DJs bei uns spielen und dann nicht mehr woanders eingeladen wird.

00:17:28: Und das will ich gar nicht so zang verurteilen oder sowas natürlich auch eine Realität hat.

00:17:31: also gerade für einzelne Artes die mit ihrem Gesicht da nach außen gehen.

00:17:35: Hat es natürlich Konsequenzen, die sie dann tragen müssen?

00:17:38: Das ist schon real!

00:17:39: Und das hat ne sehr zerstörerische Kraft diese Beukott-Dynamiken für die Einzelnen sich davon betroffen sind Also das macht was mit den Leuten, die mit uns bei uns arbeiten Veranstalten.

00:17:56: Man kann sagen, durch andere Berliner Clubs haben wir kaum Solidarität erfahren.

00:18:01: Wir hatten den Eindruck, dass sich die meisten eher dazu nicht verhalten wollen und ganz froh sind, dass es sie nicht selber trifft.

00:18:08: Einzelne haben uns schon gesagt, wir finden eure Position richtig aber wir können das halt nicht laut sagen.

00:18:14: Es gab einzelne Ausnahmen, die sich auch öffentlich geäußert haben.

00:18:18: Als besonders beschämend empfinden wir das Verhalten der Berliner Club Commissionen.

00:18:22: Wir sind ja auch seit Gründung des About Blanks Teil- und Mitglied der Club Kommission Und wir haben seit zwei Jahren keinerlei Solidarität von denen bekommen.

00:18:29: Also es ist ja unser Branchenverband, aber nicht mal die physischen Attacken gegen uns wurden sozusagen öffentlich zurückgewiesen auch obwohl wir durchaus mit ihnen gesprochen haben und unsere Bedarf an Solidaritäts geäußert haben.

00:18:42: Wir haben auch direkt nach dem siebten Oktober versucht Einfluss auf die Stellungsnahme der Clubkommission zu nehmen.

00:18:49: Weil wir halt auch an der Erschütterung dachten, ein festivales Angriffen, die in der Klub sollten da zusammen was sagen zu.

00:18:55: Wir sind damit nicht durchgedrungen und das Statement ist dann extrem dürftig ausgefallen, was die Club-Kommission damals veröffentlicht hat.

00:19:01: Sie hat zwar die Gewalt verurteilt aber weder den Antisemitismus noch den Hamas Terror irgendwie angesprochen.

00:19:06: Das haben wir damals auch schon kritisiert, aber wir konnten es nicht ändern.

00:19:09: Wir können darauf keinen Einfluß

00:19:10: nehmen.".

00:19:19: viel von Einzelpersonen aus Politik und Kulturunterstützung bekommen.

00:19:23: Auch die Berliner Musikkommission hat seine Anteilnahme gezeigt, und wir wurden ja auch von der Musikk kommission ausgerichteten.

00:19:29: Listen to Berlin Award – da haben wir den Budapreis Verhaltung in der Musikwirtschafts-Wirtschaft im Jahr zwanzig bekommen.

00:19:35: Das hat uns damals auch sehr gefreut diese Unterstützung.

00:19:39: Es gab auch öffentlich Support aus der Kulturverwaltung, die sie sich aber wenig praktisch niedergeschlagen.

00:19:44: muss man einfach sagen Wir möchten ja auch nicht uns instrumentalisieren lassen für einen rechten Diskurs oder so.

00:19:51: Und das ist natürlich meine Gratwanderung!

00:19:54: Natürlich freut man sich über Unterstützung, aber wir möchten nicht dafür herhalten, dass man sagen kann, die Antisemitismus ist das Problem der anderen und es lässt sich konsequent abschieben.

00:20:02: Es gab auch viele Soliveranstaltungen, die zugunsten des Blanks organisiert wurden – was natürlich eine sehr große Hilfe war in einer schon einfach wirtschaftlich schwierigen Situation.

00:20:12: Wir haben viel Zuspruch von unserem Publikum bekommen und von anderen politischen Gruppen.

00:20:17: Auch wenn man sich manchmal sehr isoliert gefühlt hat, gab's auf der anderen Seite einen großen Support.

00:20:24: Es gab natürlich viele Trennung.

00:20:25: Das haben sich Teile der Szene abgewandt, es gibt eine große Erschöpfung, eine große Ernüchterung bei uns über die Clubkultur.

00:20:33: aber es gab auch viel Solidarität und viele Menschen sind auch neu oder kriegen tatsächlich auch sehr viel Dankbarkeit aus der jüdischen Community, aus der israelischen Community Die sagen ja das ist eigentlich einer der wenigen Orte an denen wir uns sicher fühlen und zu dem wir gerne gehen.

00:20:48: Deshalb machen wir weiter weil wir wissen dass er Ort für viele Leute sehr wichtig ist.

00:20:53: Aber ja, es macht auch Angst und das fühlt sich bedrohlich an.

00:20:58: Und wie gesagt bestimmte Veranstaltungen können halt oder konnten nur mit mehr Sicherheitsvorkehrung stattfinden – und das ist natürlich extrem schlimm!

00:21:06: Dass Veranstaltung zu Antisemitismus geschützt werden müssen kann uns nicht zufrieden machen.

00:21:11: Ich denke für uns war oder ist ganz entscheidend also sich zu vernetzen, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, sich zu organisieren, dass auch sichtbar zu machen Und am Ende sich auch nicht einschüchtern zu lassen und weitermachen.

00:21:23: Das ist wichtig!

00:21:32: Sie sagt ja, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt das Blank geradezu toxisch war, also dass DJs die dort aufgetreten sind oder Veranstaltungsreihen, die dort veranstaltet haben irgendwo anders nicht mehr gebucht worden sind... Und dann frage ich mich halt, liegt es daran, dass das Blank sich so politisch geäußert hat und deswegen zur Zielscheibe gemacht wird?

00:21:49: Also klar.

00:21:50: Bei Mein Baud-Blank liegt ja bestimmt auch daran, daß sie eine bestimmte Haltung haben zu Antisemitismus aber eben auch zu israelischen Künstlerinnen Gerade wenn wir von der Zeit nach dem siebten Oktober, Jahrzehnte und zwanzig sprechen.

00:22:03: Dann werden ja jene Leute angefeindet die entweder das Massaker vom Siebten oktober, Zerzehntunzwanzig als solches auch benennen beziehungsweise fordern diese Bokot auf Ruf für jegliche Zusammenarbeit mit beispielsweise israelischen Künstlerinnen oder DJs zu beenden.

00:22:19: Ich will nur sagen da muss man gar nicht ein politischer Club sein beispielsweise oder eine dezidiert politische Haltung haben wie dass er baut.

00:22:26: Blank Hat ja auch diverse andere Clubs getroffen, die weitaus weniger politisch sind?

00:22:33: Das frage ich mich eben.

00:22:34: Also ich habe schon den Eindruck das am Blanks und Exempel statuiert wurde.

00:22:38: Ich hab nachdem wir mit Nora gesprochen hatten – auch nochmal in meinem Freundeskreis bei Leuten, die, sagen wir mal, feierlustiger sind als ich – das Thema angesprochen und da war eine Situation so der broadet upon themselves.

00:22:51: Also die sind selber dafür verantwortlich, warum positionieren sie sich so?

00:22:55: Was für eine harte Aussage!

00:22:56: Ich wollte

00:22:57: auch sagen was kennst du für Leute?

00:22:59: Ich kann ganz unterschiedliche Leute haben und das fand ich habe ich auch gesagt.

00:23:02: Eine heftige Täter-Opferumkehr.

00:23:05: dass eben Leute die sich also klar positionieren gegen einen Boycott der echt heftig auswüchse auch kennt und dann ja auch gemündetes physische Attacken.

00:23:14: Buttersäureanschlag Angriffe auf Mitarbeiter dann auf diese Art und Weise zu rechtfertigen finde ich geht gar nicht.

00:23:20: Aber tatsächlich habe ich den Eindruck, dass Blanks so ein Exempel statuiert wird.

00:23:23: Weil sie sich eben klar positionieren und mir ist das jetzt nicht bekannt aber vielleicht weißt du da mehr irgendwie?

00:23:29: Dass es bei anderen Veranstaltungsorten die jetzt nur sich auf Tanzen- und Clubkultur konzentrieren eben passiert wäre.

00:23:35: Mir

00:23:35: fällt jetzt beispielsweise das Bergheim ein ja!

00:23:37: Das auch von dem Boycott Off Roof betroffen gewesen ist.

00:23:40: Also es gab eine Boycott Kampagne der BDS nahe Gruppe Ravers for Palestine Auch gegen den Berliner Club Bergheim im März.

00:23:49: Das Problem ist, glaube ich weitaus größer und es macht natürlich auch nochmal deutlich dass es in dieser Szene ein strukturelles Antisemitismus-Problem gibt.

00:23:58: Was ich jetzt zentral fand bei den Schilderungen von Nora natürlich diese ausbleibende Solidarität von der sie spricht also hier eine fehlende Bereitschaft sich mit dem Abortblänk zu solidarisieren.

00:24:09: Auch darüber werden wir noch im Laufe der Folge sprechen.

00:24:13: Mich hat glaube ich insgesamt einfach überrascht, man erwartet nicht oder ich würde es nicht erwarten in einem Club auf Antisemitismus zu treffen.

00:24:20: Wir haben uns ja in den ersten beiden Folgen mit Antisemitismus in ganz anderen Räumen beschäftigt nämlich den Universitäten und den Schulen wo ich persönlich es viel eher erwarte auf antisemitische Haltungen oder Handlungen zu treffen.

00:24:35: Und der Club ist für mich eigentlich so was wie ein privater Rückzugsraum, wo es mich noch mal ganz anders erwischt wenn ich damit Antisemitismus konfrontiert werde.

00:24:44: Also das war etwas, was uns überhaupt beschäftigt hat.

00:24:47: Warum diese Volcott-Kampagne?

00:24:50: so erfolgreiches gerade in der Musik und Clubkultur?

00:24:53: Und haben deshalb mit dem Antisemitismusforscher und Sozialwissenschaftler Jakob Bayer gesprochen der sich an der Universität Bielefeld mit Antisemitismus in der Musik- und Klubkultur beschäftigt.

00:25:06: Wir wollten von ihm wissen, wie sich Antisemitism in diesen Räumen bereits vor dem siebten Oktober zwanzig dreiundzwanzig gezeigt hat.

00:25:14: Schon vor dem septem Oktober gab es ein klares Antisematismusproblem innerhalb der Szene.

00:25:19: Es war aber so – und das sind jetzt Tendenzen also ich spitze's zu dass vor allem israelische Einrichtungen boykottiert wurden, israelische Clubs oder israelisch DJs beispielsweise die aus Israel wohnen und dann in Deutschland Europa oder anderen Orten der Welt auflegen sollten.

00:25:36: Dass die boykotiert wurden teilweise auch jüdische KünstlerInnen

00:25:41: Na das finde ich erstmal interessant, was er da sagt.

00:25:44: Da geht es ja auch ein bisschen um die Frage wie funktioniert eigentlich diese Boycott-Logik und diese Boycot-Bewegung?

00:25:49: Und sie entlarvt sie ja auch in Stück weit.

00:25:51: also es geht eben nicht nur um israelische Institutionen oder um israelische DJs oder um Israelische Clubs sondern Es geht eben um weitaus mehr und wir werden ja nachher auch nochmal drüber sprechen über die Frage inwiefern BDS beziehungsweise diese Boykott-Kampagnen strukturell antisemitisch sind.

00:26:10: Ich habe Jakob Bayer gefragt, inwiefern für den Erfolg dieser Boykott-Kampagne vielleicht auch verantwortlich ist, dass die Musikszene so international ist.

00:26:20: Weil ich den Eindruck habe, dass BDS gerade im englischsprachigen Bereich viel verbreiteter ist als das zum Beispiel in Deutschland der Erfalt ist.

00:26:29: Natürlich ist die Klubszene international vernetzt und BDS hat es geschafft, gerade im angesächsischen Raum kulturelle Hegemonie zu erlangen für ihre Positionen.

00:26:40: Die waren eben vor allem in England stark und auch in den USA.

00:26:43: Natürlich wirkt sich das jetzt auf Berlin aus, weil die DJ-Szene oder die Klubszene in Berlin stark international ausgerichtet ist.

00:26:50: Und BDS hat es geschafft in den letzten Jahren indem sie gerade Subkulturen adressiert haben also angefangen mit Punk dann später über Musik und auch eben dann in die Klubkultur hineingewirkt haben dass Sie es geschafft haben ihre Ziele und Positionen nicht nur zu verbreiten und zu popularisieren sondern auch sie absolut zu setzen.

00:27:08: Und sie haben es geschafft Begriffe zu besetzen, wie beispielsweise Zionismus.

00:27:12: Was für viele Leute heute aktivalent ist mit Rassismus beispielsweise?

00:27:16: Darauf hat BDS in ihrer Propaganda lange Zeit hingewirkt und war damit auch bislang durchaus erfolgreich.

00:27:24: Heute braucht dieses Label BDS gar nicht mehr.

00:27:27: die Ideen werden vertreten Und BDS hat vor allem international das Feld bestellt für Gruppen und Kampagnen, die eigentlich noch viel radikaler und aggressiver auftreten.

00:27:40: Ja, ich finde es eigentlich sehr beunruhigend zu hören dass das dieses Label BDS eigentlich gar nicht mehr braucht.

00:27:45: Wir haben ja zu Beginn dieser Folge versucht einzuordnen worum ist eigentlich der BDS Bewegung oder die BDS-Kampagne geht und Jakob Bayer macht hier ja eigentlich deutlich, dass BDS insofern erfolgreich gewesen ist mit ihrer Kampagne als es eben diesen Rahmen gar nicht meer braucht und die Beukotteufrufe sich quasi eigentlich verselbstständigt haben Und BDS sozusagen auch ganz klar Begriffe, Jakob Bayer deutet hier zum Beispiel an die Deutung des Zionismus, ganz klar besetzt haben.

00:28:14: Eine Person, die schon vor Jahren Erfahrungen mit der BDS-Kampagne gemacht hat ist Katja Luka.

00:28:19: Sie ist Geschäftsführerin der Initiative Musik einer Fördereinrichtung der Bundesregierung für Popmusik und Jazz.

00:28:26: Katja Luca hat zuvor das Musicboard Berlin gegründet, dass ebenfalls Popmusik fördert und unter anderem das Pop-Kulturfestival Berlin veranstaltet.

00:28:36: Und sie hat uns von ihren Erfahrungen mit der BDS-Kampagne erzählt!

00:28:41: Als wir die Boykotte anfingen, stand BDS als undurchsichtige Bewegung im Vordergrund.

00:28:49: Niemand von uns wusste aus dem Team was das ist – wir kannten es einfach nicht!

00:28:52: Wir wurden boykottiert, verleugnet, diskreditiert, ich musste mir einen Anwalt nehmen.

00:28:57: Es wurden dann Lügen über uns verbreitet und wir haben eine Unterlassung bewirkt aber wir kannten das nicht.

00:29:03: Also es waren ja auch Künstler, die dann schon zu dem Zeitpunkt gesagt haben okay das geht irgendwie nicht.

00:29:08: Sie können da nicht spielen wenn da auch Gelder aus Israel kommen.

00:29:12: Das war eben im Jahr zwei tausend siebzehnte Fernab von allem wo wir heutzutage stehen.

00:29:17: Das ist der Stein des Anstoßes und im Grunde genommen muss man sich das so vorstellen.

00:29:21: also seit diesem Zeitpunkt bis jetzt haben eigentlich Kräfte da draußen und Leute immer wieder versucht uns zu sagen hört doch einfach auf mit Israel zu arbeiten dann habt ihr keinen Stress.

00:29:33: Also der Anlass für die damalige Kampagne war ein Reisekostenzuschuss, der israelischen Botschaft für einige Künstler.

00:29:41: Und das Logo der Botschaft stand auch auf den Materialen des Festivals.

00:29:46: Wir haben uns tatsächlich gefragt warum die BDS-Kampagne gerade im Kulturbereich so erfolgreich ist und was vielleicht auch Spezifika von antisemitischen Motiven in der Musik & Club Szene sind und haben das nochmal Jakob Bayer gefragt.

00:30:01: Ich glaube, dass der Club und die Clubkultur häufig auch idealisiert wird oder verklärt wird.

00:30:06: Weil der Club auch kein diskriminierungsfreier Raum ist.

00:30:10: Menschen gehen nicht in den Club und legen ihre Socialisationen an der Club-Tour ab sondern sie bringen Dinge mit, sie bringen Haltungen mit, Sie bringen ihren Machismo mit, Ihre Musikini, Ihren Rassismus und eben auch Ihren Antisemitismus.

00:30:22: Und

00:30:23: ich habe so das Gefühl, dass häufig gesagt wird auf der Tanzfläche sind alle gleich und ich muss ganz ehrlich sagen ist es nicht so sehr.

00:30:30: Also es fängt schon dabei an, dass gar nicht alle auf die Tanzflächen dürfen weil so zu ökonomischen Staates nicht erlaubt, also weil sie den Eintritt gar nicht zahlen können oder weil Sie ein Erscheinungsbild haben was den Tisch ständig gefällt oder weil sie eine Migrationshintergrund haben und so weiter.

00:30:44: Also ich glaube dass es da auch eine gewisse Verklärung gibt.

00:30:47: Ich glaub aber auch das diese Probleme auch von Teilen der Clubkultur durchaus erkannt werden, dass man eben auch nicht mehr von Safe Space spricht sondern von Safer Space.

00:30:56: Diese Idee geht ja ganz stark auf die Ursprungserzählung von Clubs zurück.

00:31:00: Also Clubs waren eben in ihren Beginn Orte, an denen Menschen, die zu marginalisierten Minderheiten gehören, Zuflucht gefunden haben.

00:31:08: und die Clubkultur versteht sich traditionell als links noch als progressiv.

00:31:13: Man sieht eben gerade in den letzten Jahren, dass der politische Aktivismus innerhalb der Club-Szene stark anknüpft an antirassistische Bewegungen und auch an Starkanknüfte an antikoloniale Diskurse.

00:31:26: Und wir sehen eben auch das Antisemitismus dabei häufig nicht mitgedacht wird oder nicht mitverhandelt wird.

00:31:32: Häufig werden Juden als privilegiert und weiß gesehen – als privilegierte Akteure innerhalb einer weißen Mehrheitsgesellschaft.

00:31:40: Das ist nicht so!

00:31:41: Das hat auch eben antisemitische Untertöne, also diese Vorstellung dass Juden eben machtvoll sind.

00:31:46: Das ist halt auch ein wesentliches Merkmal antisemitischen Denkens.

00:31:50: Also Jakob Bayer erwähnt ja nochmal auch ein paar zentrale Funktionen von Antisemitismus oder von der antisemitischem Haltung eben auch wie man sich sein Weltbild erklärt und wie bestimmte Rollen auch festgelegt werden.

00:32:03: Ein anderer Aspekt, den wir jetzt schon öfters gehört haben auch bei Nora.

00:32:07: Dass eben Antisemitismus nicht als eigenständiges Phänomen wahrgenommen und behandelt wird sondern ebenfalls eine Unterkategorie von Rassismus Und damit fällt es dann auch sehr leicht Antisemitism als solchen zu relativieren oder ihn zu bagatellisieren.

00:32:23: Faschistisch richtig also.

00:32:25: Antisemitismus wird dann häufig als Unterform von Rassismus betrachtet und so hat gesagt, hey wir müssen jetzt nicht auf das Schild schreiben.

00:32:31: Wir sind gegen Sexismus und Rassismus und da brauchen wir Antisemitism nicht dazuschreiben weil das ist ja schon bei Rassistismus mit Inbegriffen.

00:32:39: aber gleichzeitig werden dann Union und Juden als privilegiert und weiß und dann eben doch nicht von Ressismus Betroffen imaginiert und dann wieder eigentlich daraus ausgeschlossen.

00:32:47: Und das ist sozusagen das Problem.

00:32:49: habe ich dich da richtig verstanden?

00:32:50: Genau Also es ist natürlich extrem widersprüchlich.

00:32:54: Was da passiert, ja?

00:32:55: Ich weiß nicht ob's kompliziert ist ich glaube das ist vor allem einfach.

00:32:57: also man widerspricht sicher eigentlich selbst in der eigenen Logik.

00:33:01: aber genau Antisemitismus wird eben als eigenständiges Phänomen als solches nicht wahrgenommen und erkannt und das heißt auch die Spezifiker von Antisemitismes.

00:33:09: Es gibt natürlich Gemeinsamkeiten zwischen Rassismus und Antisemitismus Aber es gibt eben auch Besonderheiten und es gibt auch was spezifisches am Rassismus und was speziefisches am Antisematismus einfach negiert, also geleugnet.

00:33:24: Wir haben jetzt schon ein paar Mal von der Belina-Club-Kommission gehört.

00:33:28: Sowohl Jakob Bayer als auch Nora haben davon gesprochen und haben diese auch stark kritisiert.

00:33:34: Die Kritik kam aus verschiedenen Richtungen und aus diesem Grund haben wir uns gefragt ob jemand aus der Beliner Klubkommission mit uns sprechen würde.

00:33:42: Marcel Weber, Vorsitzender der Belinar Klub Kommission war dazu bereit und hat folgendes erzählt

00:33:50: Natürlich ist es so, dass immer wieder Dinge bei uns angekommen sind auch zu Vorfällen.

00:33:55: Also ich kann mich jetzt erinnern an das Pop-Kultur Festival, das ja eben mit Boykott aufrufen vom BDS belastet war und es war auf jeden Fall so, da wir natürlich im intensiven Austausch noch mit Katja Lukka der Geschäftsführerin waren und dass wir uns natürlich auch schon die Frage gestellt haben was passiert eigentlich gerade mit der... Kultur hier in Berlin und speziell mit der Musikkultur.

00:34:15: Und wie kann es eigentlich sein, dass es eine Bewegung gibt die definiert wer dazugehört und wer nicht dazu gehört?

00:34:19: Und wie sich Leute zu verhalten oder nicht zu Verhalten haben?

00:34:23: also das ist auf jeden Fall etwas was uns befremdet und besorgt.

00:34:27: Das hat jetzt gleichzeitig nicht dazugeführt, dass wir uns plötzlich intensiver mit dem Fragen des Antisemitismus in der Club-Kultur beschäftigt haben und das hat aber keine massiven Auswirkungen auf unsere Arbeit und unsere Programme gehabt weil wir mit den Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen vor allem erst mal unsere Projekte machen und weil wir angefangen haben.

00:34:47: Vor allem dieses ganze Feld der Antidiskriminierungsarbeit oder der Awareness für Clubkultur in den Blick zu nehmen und da überhaupt erstmal ein Programm aufzubauen, das daraus besteht verschiedene Fort- und Weiterbildungsangebote zu entwickeln, die wir den Menschen, die in der Clubkultur unterwegs sind kostenfrei zur Verfügung stellen.

00:35:05: Vor fünf, sechs Jahren als wir damit angefangen haben gab es bei den allermeisten Clubbetreibenden und auch bei die Menschen, die in Clubs arbeiten.

00:35:12: Vielleicht bei der einen oder anderen Person Wunsch sich damit auseinanderzusetzen aber überhaupt keine Angebote.

00:35:17: Und unsere Aufgabe als Netzwerk ist vor allem erstmal dieses Defizit zu entdecken und zu erkennen und dann Angebote dafür aufzubauen so.

00:35:23: Das ist aber auch etwas wo Zeit und Ressourcen braucht und da fängt das natürlich damit an dass wir politische Lobbyarbeit machen müssen um überhaupt erst mal Geld dazu akquirieren um überhaupt solche Strukturen aufbauen zu können.

00:35:35: Die Berliner Klubkommission ist ein Verein, den es seit fast dreißig Jahren jetzt gibt.

00:35:39: Es ist ein Netzwerk für die Berliner Clubkultur und hat eben hunderte von Mitgliedern – also Clubs, veranstalter Kollektive und Leute, die die Clubkultur unterstützen.

00:35:49: Und die Berlier Clubkommission hilft ihren Mitgliederen ganz praktisch etwa bei Anliegen gegenüber Behördenbezirken oder dem Senat aber sie initiiert auch selbstständige Projekte mit Fördergeldern der Stadt Berlin und der Europäischen Union um eben die Klubszene zu stärken und ihre Interessen in der Politik zu vertreten.

00:36:08: Die Berliner Klubkommission hat ja mal so aus einer großen Not heraus ihren Anfang gefunden, es war so ein Selbstermächtigungsschritt und dann hat's glaube ich schon meiner mindestens fünfzehn Jahre gebraucht bis die Klub-Kommission an dieser Stelle war wo sie von einzelnen AkteurInnen in der Politikverwaltung aber auch in der Zivilgesellschaft ernst genommen wurden.

00:36:25: und mittlerweile würde ich sagen hat die Clubkommession natürlich eine große Stahlkraft weil Klub Kultur für Berlin eben eine hohe Bedeutung hat.

00:36:32: Marcel Weber hat ja selbst das Pop-Kulturfestival erwähnt und die Boycott-Offrufe von Seiten BDS.

00:36:39: Wir wollten von ihm wissen, in welcher Form die Berliner Clubkommission ihre Mitglieder hier unterstützt hat?

00:36:46: Also erstmal geht es glaube ich um zwei Dinge.

00:36:48: des eines wir unterstützen unsere Mitglieder.

00:36:50: wenn sie zum Beispiel von Boycott aufrufen betroffen sind Dann müssen wir da reinhören und fragen, was braucht ihr eigentlich an Unterstützung?

00:36:59: Und wie kommen wir dazu?

00:37:00: einen Punkt damit es euch auch hilft.

00:37:02: Und ansonsten sind wir ja einen Verband, der eine ganze Bandbreite an Haltungen und politischen Sichtweisen darstellt.

00:37:09: Und am Ende geht es jetzt darum, dass ja stimmt wird über Abwertungsmechanismen wer dazugehört und wer nicht dazzugehört, wer richtig und wer falsch ist also um dieses Schema der Einteilung da aufzumachen.

00:37:20: Das ist natürlich etwas was grundsätzlich von uns abgelehnt wird und auch nicht unser Haltung entspricht und unseren Werten.

00:37:27: Habt ihr euch im Jahr zwei Tausend Neunzehn auch öffentlich hinter das E-Boot Blank gestellt?

00:37:32: haben wir meiner Kenntnis nach nicht getan.

00:37:35: Ich könnte jetzt tausend rechtfertigungen bringen, warum wir es getan oder gelassen haben.

00:37:40: Also eins ist mal klar... Wir sind da auf jeden Fall immer auch in einem sehr kritischen Austausch mit Immerworld Blank und kritisch deshalb weil sie uns für unsere Arbeit und das was wir tun unter Nicht-Tun kritisieren und ich finde es auch wichtig.

00:37:52: Gleichzeitig können wir als Verband und es auch ehrlich gesagt die Frage wie wir dahin kommen Nicht sagen, wir haben all das Wissen was wir brauchen und wir haben da einen Bewusstsein über die Verantwortung, die wir haben.

00:38:04: Sondern wir sind erst mal sozusagen mit Erwartung konfrontiert Und wir haben zu dem Zeitpunkt keine Stellungnahme dazu machen können weil wir es nicht besser konnten uns nicht besser wussten.

00:38:15: Das ist unbefriedigend.

00:38:20: sehr ehrliche Worte von Marcel Weber, also zu sagen okay wir haben dann eine Lehrstelle entdeckt.

00:38:26: Meinst du das ist nur ne Lehrsteller?

00:38:28: oder gibt es nicht vielleicht in so einem Interessenverband einfach andere Veranstaltungsorte und andere Mitglieder die sagen wir finden das was das Blank macht aber nicht gut?

00:38:36: und mir scheint es auch so zu geben dass es innerhalb des Verbands vielleicht auch Kritik gibt und deswegen keine klare Stellungnahme erfolgt.

00:38:43: Also ganz bestimmt und es gibt ja auch ein Vorstandsmitglied der Berliner Klubkommission, der im vergangenen Jahr aus diesen Gründen auch ausgetreten ist.

00:38:51: Natürlich, die Frage ist das eine bewusste Auslassung?

00:38:54: also wurde ganz bewusst die Entscheidung getroffen sich nicht mit Antimethismus auseinanderzusetzen.

00:38:59: solche Positionen wird es gewiss auch innerhalb der Berlier Klub-Kommission geben.

00:39:04: Trotzdem müssen wir das zur Kenntnis nehmen, was uns Marcel Weber hier auch sagt.

00:39:07: In Teilen der Berliner Klubkommission konnte man damit einfach nichts anfangen und Katja Luca sagt ja auch Wir kannten BDS nicht.

00:39:14: Wir haben eigentlich nicht verstanden, was das ist.

00:39:17: Der Unterschied ist nur dass Katja Luka sich dann damit auseinandergesetzt hat.

00:39:20: also sie hat sich mit den Forderungen vom BDS, mit den Statements von BDS auseinandersetzt oder auseunandersetzen müssen und eine Haltung dazu gefunden.

00:39:29: Und das ist vielleicht das Überraschende, dass die Berliner Clubkommision dass in den zwei Tausend, siebzehn oder neunzehner Jahren nicht gemacht hat.

00:39:38: Also es wird jetzt zwar von Marcel Weber als Lehrstelle benannt und er sagt okay wir wussten das einfach nicht besser.

00:39:43: und natürlich muss man sich auch weiterhin selbstkritisch die Frage stellen wie kann es eigentlich sein, dass Antisemitismus weiterhin ausgeblendet wurde?

00:39:53: Oder die Wirkung dieser BDS-Kampagne als solches nicht zur Kenntnis genommen worden ist?

00:39:57: Aber ich frage mich so ein bisschen, weil Jakob Bayer hat uns ja erzählt dass BDS und antizionistische Position eigentlich eine kulturelle Hegemonie in der Clubkultur errungen hat.

00:40:10: Und deshalb wäre es ja nicht so erstaunlich wenn es Gegenwind geben würde und deswegen eben keine Verlautbarung stattfinden.

00:40:19: aber beim Marcel Weber hört das sicher eher an als ob das Problem gar nicht bekannt gewesen wäre was ja dann überraschend ist oder?

00:40:27: Ich persönlich habe es im Gespräch mit ihm nicht so empfunden, dass er sagt das Problem ist nicht bekannt gewesen sondern eher zu sagen wir haben eigentlich nicht gewusst wie wir darauf reagieren sollen.

00:40:36: Wir konnten das Phänomen als solches nicht wirklich greifen weil wir uns einfach mit Antisemitismus bislang nicht wirklich auseinandergesetzt haben.

00:40:44: Wir haben es als eine Unterform von Rassismus interpretiert und haben auch kein Bewusstsein dafür gehabt, dass Antisemitismus als eigenständige Diskriminierungsform betrachtet werden muss.

00:40:54: Und ich habe es eher bei ihm so verstanden zu sagen okay mehr das war dann plötzlich.

00:40:58: irgendwie lag das dann auf dem Tisch aber eigentlich konnten wir nicht wirklich was damit anfangen.

00:41:05: Also wir haben Marcel Weber gefragt wie generell der Umgang mit Diskriminierung in den Berliner Clubs ist Und er hat auch ganz persönlich seine Sicht geschildert.

00:41:17: In meiner Wahrnehmung, und ich komme jetzt aus einem queeren Kontext der schon auch aus der Not heraus ein bisschen sensibler ist weil es da ums Überleben geht in der Gesellschaft meine Wahrnehnung ist dass sich da erst in den letzten Jahren was verändert hat das es da auch einen Hinschauen gibt hinzu Was is erstens Diskriminierung?

00:41:33: Wie funktioniert Antidiskriminierung und was heißt es eigentlich wenn man Diskriminierungs freier Raum sein möchte in der Utopie, aber vor allem Diskriminierung abbauen möchte um mehr Leuten einen Zugang und auch eine Sicherheit zu geben.

00:41:45: Und das war aus meiner Sicht sicherlich am Anfang überhaupt nicht die Intention.

00:41:50: da ging es um Feiern und Hellonismus ohne was drum herum.

00:41:54: Das hat sich auf jeden Fall entwickelt und da können wir ziemlich stolz drauf sein als Stadt.

00:42:01: Wir wollten von ihm dann aber auch noch spezifisch wissen, in welcher Form Antisemitismus als Diskriminierungsform erkannt und behandelt worden ist.

00:42:10: Zumindest erstmal in der Anerkennung der verschiedenen Diskriminierungsformen, die wir haben.

00:42:14: Ist das Thema Antisemitismus auch immer wieder besprochen worden?

00:42:16: Also ich kann mich selber erinnern... Wir haben ein anderes Programm gemacht da würde also die gerechtes Ausgehen in Berlin und dann haben wir eine Grundsensibilisierung gemacht.

00:42:23: Also ich auch selber mehrfach im Klubkontext Schwurz aber auch in der Clubkommission wo wir uns mit den verschiedenen Diskrimination Formen beschäftigt haben und wo wir erst mal angefangen haben darüber zu lernen dass es die gibt und dass es sie auch sozusagen in der Intersektionalität ganz oft gibt.

00:42:39: Wir haben ja von Marcel Weber gehört, dass es da eine Grundsensibilisierung gegeben hat und über verschiedene Diskriminierungsformen gesprochen wurde.

00:42:46: Er hat auch den Begriff der Intersektionalität verwendet und darüber haben wir auch mit Jakob Bayer gesprochen.

00:42:53: Wir sehen eben auch das Antisemitismus dabei häufig nicht mitgedacht wird oder nicht mitverhandelt wird.

00:42:58: Häufig wird Antisemitism dann als Unterform von Rassismus verstanden und die Folge ist dann, dass die Spezifika des Antisemtismos,

00:43:04: d.h.,

00:43:05: die kurdierte Sprache des Antisemitismus oder die Projektion von negativen Erscheinungsformen der modernen Gesellschaft auf Juden, oder auch die Umweltkommunikation über Israel.

00:43:16: Dass diese Spezifiker des Antismetismus dann eben ausgeblendet werden.

00:43:20: und mein Eindruck ist dass gerade in den letzten Jahren so eine Intersektionalität propagiert wurde, die Jüdinnen und Juden eben nicht mitdenkt.

00:43:29: Immer dort wo Juden nicht mitgedacht werden, wo sie nicht gesehen und ausgeschlossen werden.

00:43:34: Und überall dort wo man den Antisemitismus nicht erkennen will.

00:43:37: Dort macht sich Antisemitism dann eben breit.

00:43:39: Es gibt vielleicht ein paar Dinge über die man nachdenken könnte.

00:43:42: Erst einmal es fehlt einfach grundlegend eine Auseinandersetzung mit Antisematismus in all seinen Spezifika.

00:43:49: Das ist häufig nicht Teil von Awareness-Strukturen.

00:43:52: Man sieht im Club meistens auch so einen Plakat, wir tolerieren keinen Rassismus, keine Homophobie, keine Musikini und so weiter... ...und da fehlt Antisemitismus dann in der Regel!

00:44:01: Und das ist ja bemerkenswert weil es gerade in der deutschen Geschichte eine der sind die und die am stärksten und brutalsten verfolgte Minderheit.

00:44:09: Wie kann es sein dass es dann Antisemitism fehlt?

00:44:11: Es wird dann argumentiert naja wir sind ja gegen Rassismus deshalb auch gegen Antisematismus.

00:44:15: nur Da ist dann eigentlich nur dieser völkisch-rassistische Antisemitismus, den wir aus dem Geschichtsunterricht kennen und auch von Neonazis beispielsweise vor allem.

00:44:22: Der wird dann mitgedacht aber es wird eben nicht der verschwörungsideologischen Antisemitism mitgedagt und vor allem nicht der israelbezogenen

00:44:30: Antisematismus.".

00:44:33: Wir haben mit Marcel Weber auch über die Zeit nach dem siebten Oktober zwertausendbreiundzwanzig gesprochen und haben konkret danach gefragt was die Clubkommission eigentlich gemacht hat.

00:44:44: Also was öffentlich wahrnehmbar war, ist dass wir Statements verfasst haben im Jahr XXIII und mit den Erkenntnissen dieser Folgen wo wir im Übrigen auch Leute verloren haben weil der Druck so groß war das sie da persönlich drunter gelitten haben.

00:44:57: Und dann wiederum andere Diskriminierung erfahren mussten.

00:45:00: die Erkenntnis war dass wir Dialogräume brauchen um überhaupt darüber sprechen zu können und haben uns natürlich auch angefangen Unterstützung zu holen mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus und haben auch ein Leitbildprozess gestartet.

00:45:16: Und dann haben wir auch Expertinnen aufgesucht, die uns dabei geholfen haben für unsere Angebote Erwähnestakademie noch mehr explizit Workshop-Angebote zu schaffen, die sich rund um Antisemitismus in der Klubkultur als einen Workshop und anti muslimischen Rassismus als anderen Workshop dass wir das Angebot zur Führung stellen können und dass wir da auch etwas schaffen, um überhaupt erstmal Wissen zu vermitteln.

00:45:40: Und uns selber

00:45:41: vorzubilden.".

00:45:42: Also er hat es ja hier einmal erwähnt – Wir haben einen Workshop zum Antisemitismus und gleichzeitig einen Workshop für antimoßlimischen Rassismus.

00:45:49: Beides hat natürlich seine Berechtigung aber wir haben durchaus darüber diskutiert... warum beide Phänomene nicht auch für sich genommen betrachtet werden und angesprochen werden könnten.

00:46:00: Also, warum ist der Clubkommission so wichtig?

00:46:03: Beides immer in einem Satz zu erwähnen.

00:46:06: Ich verstehe natürlich, dass man in so einem diversen Zusammenschluss verschiedene Diskriminierungsformen betrachten muss aber gleichzeitig nämlich in diesen Äußerungen durchaus eine problematische Haltung war, nämlich Angst davor zu haben jetzt einmal nur über Antisemitismus zu sprechen.

00:46:23: Also, dass das eigentlich nicht wirklich möglich ist scheinbar.

00:46:26: Und es gab ja auch ein Statement der Klubkommission am neunzehnten Dezember zwetausend dreiundzwanzig auf die Kritik an ihrem ersten Statement nach dem siebten Oktober und ich zitiere mal ganz kurz daraus seit Veröffentlichung unserer Solidaritätsbekundung erreichte uns von unterschiedlichen Seiten Zuspruch aber auch Kritik, die Taten des Sieben Oktoberes und die darauf folgenden Entwicklungen nicht ausreichend kontextualisiert zu haben Zum Beispiel den antisemitischen Vernichtungswillen der Hamas, die jahrzehntelange Unterdrückung der PalästinenserInnen.

00:46:57: Den grasierenden Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus in Deutschland.

00:47:02: Kann man so sagen?

00:47:03: Aber gleichzeitig fragt man sich natürlich schon okay warum kann man jetzt nicht nur über den antisemitischen Vernichtungen der Hamaz sprechen?

00:47:09: Also

00:47:10: die sind von beiden Seiten kritisiert worden.

00:47:12: also einerseits eben von Leuten die gesagt haben ihr habt nicht klar benannt was da am siebten Oktober passiert ist andere Leute, die sagen okay ihr habt aber auch nicht benannt was hier mit den palästinensern in israel passiert oder vielleicht auch in deutschland.

00:47:26: wenn ich das richtig verstanden habe jetzt in dem statement was du vorliest und du hättest dir gewünscht dass das klarer getrennt wird an einem statement

00:47:34: Wenn ich den siebten Oktober sozusagen als das wahrnehme, was es gewesen ist.

00:47:38: Dann frage ich mich natürlich schon okay wir haben denn antisemitischen Terror der Hamas und daneben steht dann die jahrzehntelange Unterdrückung der Palästinenser innen.

00:47:45: wenn ich jetzt bös wäre kann Ich das auch so lesen als ok Es gibt einen logischen Grund dass der siebte oktober passiert ist.

00:47:52: da gibt es ein kursal zusammenhang zwischen der unterdrückungen der palästinenzischen zivilbevölkerung durch israelische regierungen oder durch die israelischer me und den Geschehnissen des siebten Oktober.

00:48:02: Und diesen Kausalzusammenhang, den gibt es ja so nicht!

00:48:06: Und deshalb empfinde ich das halt als durchaus problematisch.

00:48:08: hier wird eigentlich versucht allen alles recht zu machen und damit entziehe ich mich natürlich auch ein Stück weit von einer eigenen Haltung oder von der eigenen Positionierung Und das ist für mich nicht der Ausdruck einer produktiven Intersektionalität, wo tatsächlich die intersectionale, also diese Schnittmengen produktiv zusammen gedacht werden können.

00:48:28: Sondern eigentlich empfinde ich hier mehr Trennendes als Gemeinsames.

00:48:34: Wir haben natürlich auch mit Marcel Weber darüber gesprochen und mit ihm eine durchaus kontroverse Diskussion gehabt.

00:48:42: Ich behaupte jetzt mal die stalle These – Die Clubkultur ist ein Spiegel der Gesellschaft!

00:48:45: Und ich würde mich erfreuen wenn es uns besser gelänge.

00:48:48: Ist das weder kompetitiv, noch geht es darum etwas gleichzumachen oder zu entkräften oder zu negieren.

00:48:55: sondern was uns nicht gelungen ist, dass wir in unserem ersten Statement explizit den Antisemitismus der da passiert ist benannt haben.

00:49:02: Wir haben Hamas nicht benannt und wir haben dem Druck nicht statthalten können, wir haben diesem Druck nachgegeben und haben uns nicht die Zeit genommen, die wir gebraucht hätten um uns da zusammenzusetzen und mit Unterstützung von außen auch etwas Gescheites zu formulieren.

00:49:16: Und dann macht es das folgestatement auch nicht besser.

00:49:18: Das ist eine Lehrstelle, die wieder explizite entdeckt haben.

00:49:22: Das führt dann eben auch zu vertalen Fehlern und auch zu unzureichender Reflexion.

00:49:29: Marcel Weber hat ja so ein bisschen Waage formuliert, dass die Klubkommission dem Druck nicht standhalten konnte.

00:49:35: Und wir haben uns im Nachhinein als wir das hier angehört haben gefragt was ist es eigentlich für einen Druck?

00:49:40: Und Jakob Bayer der hat eben auch von einem Druck gesprochen, der gerade nach dem Massaker vom siebten Oktober zwanzig dreiundzwanzig stattgefunden hat.

00:49:49: Es wird Druck ausgeübt, dass man sich öffentlich positioniert.

00:49:53: Zu Israel gibt es einen starken Bekenntnisdruck und den Personen wird auch gedroht, wenn sie das nicht machen, dass die ein Teil des Problems sind.

00:50:00: Das ist eben neu.

00:50:01: Ein gutes Beispiel ist der Hamburger Nachtclub Hafenklang die kein Statement zum Gaza-Krieg veröffentlicht haben und deshalb ins Fadenkreuz von israelfeindlichen Beukorteuren geraten sind.

00:50:12: Und die haben da erhebliche Probleme, ähnlich verhält es sich mit Künstlerinnen und Künstlern, die nach dem siebten Oktober sich irgendwie solidarisiert haben mit den Opfern der Massaker, die von der Hamas in ihren Verbündeten ausgeübt wurden.

00:50:25: Was dann passiert?

00:50:26: ist das jetzt diese Statements herausgekramt werden?

00:50:29: Sind dann irgendwelche Statements auf Instagram oder in irgendwelchen Radioshows

00:50:33: usw.?

00:50:34: Und das wird den Leuten vorgehalten und dem wird jetzt gesagt, so.

00:50:37: Jetzt müsste ich positionieren oder es wird sogar gesagt, dass sie dadurch zionistische Propaganda unterstützt hätten weil teilweise eben auch diese Gräueltaten negiert werden.

00:50:46: Das ist eine neue Dimension.

00:50:48: Diese Akteure sind recht gut organisiert und die schaffen uns das Klima innerhalb vieler Räume in der Klubshine zu prägen.

00:50:56: Meinst du, das ist der Druck von dem er gesprochen hat?

00:51:00: Ja, ich glaube, es ist ne konkrete Auswirkung natürlich... Also er spricht ja vor allem auf die Auswirkungen, die dieser Bekenntniszwang oder Bekenntnissdruck für viele Menschen hat.

00:51:09: Manche davon sind existenzieller davon betroffen als andere.

00:51:12: aber grundsätzlich sieht man wie wirkmächtig diese Beutkotz-Szene mittlerweile tatsächlich geworden ist und wie sie es auch schafft Räume zu besetzen gerade im Kulturbereich.

00:51:23: Wie werden dann in unseren späteren Folgen nochmal sehen?

00:51:28: Ich finde es interessant, dass dieser Bekenntnis Druck sich zu äußern.

00:51:32: Dass der Druck auch ausgedehnt wird auf Clubs.

00:51:35: Das ist nicht ein weitverbreitetes Phänomen, sondern eines was sich vor allem an Jüdinnen und Juden richtet und da eben so ein Spezifikum ist dieses anti-israelischen Antisemitismus.

00:51:44: aber ja interessant das er das Beispiel von diesem Club in Hamburg Hafenklang angeführt hat.

00:51:52: Wir wollten sowohl von Marcel Weber als auch von Jakob Bayer wissen, wie sich eigentlich die Klubszene nach dem siebten Oktober verhalten hat.

00:52:00: Ich glaube das der siebte Oktober und die Zeit bis heute dazu führt dass es eine große Unsicherheit gibt aus verschiedenen Perspektiven im Umgang mit der Frage was ist da eigentlich passiert?

00:52:11: Und wie geht man damit um?

00:52:12: ich glaube dass es sehr viel innere Betroffenheit aber nicht äußere Haltung gibt und auf der anderen Seite natürlich In den allermeisten Clubs wäre jetzt meine Behauptung aus den Gesprächen und den Erlebnissen, die ich dazu habe es nicht.

00:52:27: das vorderste Thema ist was Clubs besorgt.

00:52:30: Weil sie ums Überleben kämpfen auch aus anderen Gründungen.

00:52:33: gleichzeitig hat es natürlich damit zu tun dass wir in herausgerobener Positionen Clubs in Berlin haben die insbesondere von den Folgen betroffen sind und da gehört es about blank auf jeden Fall dazu.

00:52:46: Die Reaktionen auf das Nova Massaker waren relativ begrenzt.

00:52:50: Es gab wenig Solidarisierungsgästen von Clubs, es gab es vereinzelt und dann gab es erst mal einen Schweigen.

00:52:57: Also es gab am Anfang zaghafte Solidarisierunggäste die sind aber schnell verstummt.

00:53:02: Es gibt vorsichtige Statements aber insgesamt war da relativ wenig.

00:53:07: Zum Schluss haben wir uns natürlich auch gefragt was hat das Ganze jetzt eigentlich für Konsequenzen auf die Club-Szene?

00:53:12: Was kann eigentlich gemacht werden?

00:53:14: Und dazu haben wir mit Katja Luka gesprochen, die ja als Geschäftsführerin der Initiative Musik eine der zentralen Förder-Einrichtungen des Bundes für Popmusik und Jazz leitet.

00:53:26: Ich habe auch die letzten Monate nach dem siebten Oktober erlebt dass ... Ich natürlich kritisch darauf schaue, mit wem arbeiten wird.

00:53:34: Das fördern wir, wer ist in unseren Gremien?

00:53:35: und ich finde eben das Personen die sich sehr einseitig äußern oder sehr einsäutig pro BDS-PACBI sind, dass denen die Neutralität fehlt zum Beispiel an Gremian zu sein um alles was man da jurieren muss gleichermaßen bewerten zu können weil wir fördern nur Leute die in Deutschland leben aber es ist völlig egal wo die herkommen.

00:53:57: Katja Luka meint mit PACBI, die Palestinian Campaign for Academic and Cultural Boycott of Israel – also die palästinensische Kampagne für den akademischen und kulturellen Boycott Israels.

00:54:10: Mir fehlt dann da eine gewisse Neutralität.

00:54:13: Und wenn ich aber das sage und auch umsetze, schlägt mir eben eine relativ große Anzahl Kulturschaffender entgegen, die das in die Öffentlichkeitsherren ... Ich würde mich dann rassistisch verhalten, ich würde ausklammern, ich werde dies und das und das... Wir haben Leitlinien!

00:54:31: Wenn wir einen Hinweis bekommen – und das kann egal aus welcher Richtung sein oder was passiert machen auch Bürgerinnen und Bürger, Geldgebende oder auch andere sagen, sag mal da auf den Socials wir haben gesehen ihr fördert ein Festival.

00:54:46: Da ist euer Logo drunter die haben die und die eingeladen und da werden die und Äußerungen getätigt.

00:54:52: das ist zum Beispiel antisemitisch.

00:54:54: machen wird übrigens auch wenn es homophob rassistisch oder so das passiert.

00:54:58: auch Wir stellen niemanden unter Generalverdacht.

00:55:00: wir gehen nur dem nach Weil wir nichts fördern können und wollen, was unseren Leitlinien widerspricht oder was sich rassistisch homophob- oder antisemitisch äußert.

00:55:10: Und das tun wir!

00:55:12: Das finde ich mit nicht ein Zensur sondern es entspricht halt einfach den Leitlnien und ich finde das genau richtig, das so zu tun.

00:55:19: Katja Luker versucht ihr erstmal einzuordnen, was bedeutet das Ganze für eine Förderpolitik?

00:55:25: Für die Förderung von Kultur jetzt hier spezifisch für den Musiksektor Und grundsätzlich finde ich es schon ganz gut, dass es hier Richtlinien oder Leitlinien gibt an denen man sich orientieren kann.

00:55:36: Und sie sagt ja auch, es wird keiner unter Generalverdacht gestellt.

00:55:39: Es wird allem nachgegangen und es geht hier nicht nur um die Frage von Antisemitismus, antisemitischer Diskriminierung oder antisemitische Gewalt sondern diese Leitlinge gelten genauso für andere Diskriminierungsformen.

00:55:53: Jenseits der Frage von Förderung und Förderformaten haben wir aber auch von Marcel Weber wissen wollen, was die Klubkommission aktuell eigentlich macht.

00:56:02: Also das eine ist dass wir ja diese Dialog-Formate bereits vorbereitet hatten und dann haben wir diese in den Jahr zwanzig vierundzwanzig auch umgesetzt.

00:56:10: Das war eine bewusste Entscheidung von uns, das in einem geschlossenen Rahmen auf Einladung zu machen.

00:56:14: Wo von verschiedenen Perspektiven im Übrigen auch verschiedene jüdischen Perspektive und Antisemitismus-kritischen Perspekten Menschen da waren genauso wie Menschen die einen Background aus der arabischen Kultur haben selber Familie in Gaza haben und so.

00:56:30: Und mit diesen Leuten haben wir in einem Raum gesessen und haben erstmal versucht Betroffenen verschiedene betroffene Perspektifen zuzuhören im Gespräch zu sein mit diesen unterschiedlichen Perspektiven, ich glaube das ist etwas um es besser zu verstehen.

00:56:44: Um besser die verschiedenen Bedarfe zu verstehen und haben auf Grundlage dieser Erfahrung, die wir dort gemacht haben eben auch das alles mit reingegeben an Erkenntnissen, um diese Workshops zu kreieren.

00:56:55: Diese Workshop, die sich um Antisemitismus in der Clubkultur drehen und wo's erst mal darum geht wie erkenne ich das überhaupt?

00:57:01: Und wie kann ich dem dann auch begegnen dass dann entsprechend durchzuführen für Menschen, die in Clubs arbeiten.

00:57:11: Ich finde es erstmal überzeugend dass man sagt okay da ist ein Thema was uns überfordert wir wollen mit Betroffenen sprechen.

00:57:17: das find ich einen super Ansatz irgendwie dass man sagen wir haben zu wenig jüdische Perspektiven lasst uns mit Leuten sprechen die diese Perspektive irgendwie ergänzen können.

00:57:25: Das finde ich total sinnvoll also als ersten Ansatz bevor man vielleicht übertriebene Maßnahmen ergreift.

00:57:33: Wir wollten dann natürlich auch von unseren GesprächspartnerInnen wissen, was denn jetzt eigentlich passieren muss.

00:57:40: Damit die Berliner Musik- und Klubszene für Jüdinnen und Juden bzw.

00:57:44: für alle jene, die sich Antisemitismus kritisch äußern ein Safe Space sein kann.

00:57:50: Ich glaube, wir haben Leerstellen entdeckt und wir haben leerstellen weiterhin zu entdecken wo wir uns natürlich mit auseinandersetzen sollten.

00:57:58: Was können wir als Verband der also als Netzwerk der Berliner Clubkultur tatsächlich tun damit die reale Situation im Alltag besser wird?

00:58:06: Das wäre ein Ziel.

00:58:08: und wie wir da hinkommen das müssen wir diskutieren und zwar mit den verschiedenen Perspektiven die wir halt hier in dieser Stadt in Berlin haben.

00:58:15: Das finde ich die wichtigste Aufgabe, diesen Dialog zu führen und weiterzugucken.

00:58:20: Und auch Reibungen und Kritik auszuhalten um da einen Unterschied zu machen.

00:58:25: Und gleichzeitig bin ich auch gespannt darauf wie das gelingen kann weil ich jetzt noch nicht so viele gute Beispiele kenne wo ich merke dass es gut gelungen ist.

00:58:34: Es geht doch um das Anliegen und da steht es ganz klar für Saverspaces, Füden & Dune.

00:58:39: Es muss doch eine Möglichkeit geben, dass es Konzepte gibt die dafür sorgen das es dieses Safer Spaces gibt und da tragen natürlich alle die in diesen Spaces sind eine Mitverantwortung.

00:58:48: Also ist doch total interessant zu sagen Das wäre doch was wo man sich darauf committed sich in der nächsten Zeit zu beschäftigen.

00:58:55: Vielleicht lassen wir Katja Luca an dieses optimistische Ende anschließen.

00:59:04: Weiß nicht ob's naiv is aber ich glaube doch ernsthaft dass wir weiter versuchen müssen in Gesprächen zu bleiben.

00:59:10: Also es ist teilweise absolut spürbar, dass gewisse Leute nicht mehr miteinander reden.

00:59:15: Dass die Fronten so verhärtet sind.

00:59:18: Ich hoffe das sowas wie die Novarexhibition jetzt auch in Berlin zum Beispiel Das da eben nicht nur Leute wie wir hingehen Die sowieso schon sehr viel sich mit dieser Thematik beschäftigen Sondern eben auch Leute sich da nochmal damit auseinandersetzen.

00:59:32: Was ist da eigentlich wirklich passiert?

00:59:34: Und gleichermaßen, was bedeutet ist wenn man das Grauen und den Schrecken dieses Tages noch einmal sieht.

00:59:40: Was es dann bedeutet das zu relativieren oder in Frage zu stellen?

00:59:49: Ich finde beide Punkte wichtig, also einerseits dass man darüber nachdenkt wie man Clubs aber überhaupt die gesamte Stadt sicherer machen kann für Jüdinnen und Juden.

00:59:58: Und auch was Katja Luka gesagt hat das jüdische und israelische Positionen die sich mit dem siebten Oktober auseinandersetzen auch in der Stadt diskutiert werden können müssen und sichtbar sein müssen.

01:00:10: und das ist glaube ich ein Thema was wir in den beiden letzten Folgen also in den Beiden folgen zu Schule und Universitäten angesprochen haben.

01:00:18: Das ist eben auch möglich sein muss, das Thema in seiner ganzen Komplexität zu behandeln wenn es denn behandelt wird und dass also jüdische Positionen oder israelische Position nicht einfach aus dem Diskurs ausgeschlossen werden dürfen.

01:00:33: Was war für dich wichtig in dieser Folge?

01:00:36: Ich habe viel über die BDS-Kampagne nachgedacht und mich auch noch mal sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, weshalb ich persönlich auch BDS als strukturell antisemitisch einordnen würde.

01:00:46: Und warum ich darin durchaus Manifestationen eines israelbezogenen Antisemitismus sehe?

01:00:51: und fand aber auch die Gespräche, die wir geführt haben noch mal sehr aufschlussreich.

01:00:55: Wenn jetzt um die Frage geht okay warum hat man sich dazu nicht verhalten als es soweit gewesen ist?

01:01:01: Und was muss es an konkreten Handlungen geben damit eben auch der Club kein unsicherer Ort

01:01:06: isst?".

01:01:07: Und bis dahin gilt natürlich das Zitat von Groucho Marx ich würde nie in einen Club gehen den jemanden wie mich hinein lässt.

01:01:24: Das war die dritte von fünf Folgen von Unsafe Spaces, einem Podcast der Gedenk- und Bildungsstätte aus der Wannseekonferenz über Antisemitismus in Berliner Bildungs- und Kultureinrichtung.

01:01:35: In der nächsten Folge widmen wir uns dem Theater!

01:01:39: Wenn euch UnsaFE Spaces gefallen hat empfehlt den Podcast gerne weiter.

01:01:43: folgt uns bei Spotify, Apple Podcast oder da wo ihr Podcast hört und gebt uns fünf Sterne.

01:01:49: Danke fürs Zuhören.

01:01:51: Wir freuen uns natürlich auch über eurem Besuch im Haus der Warnseekonferenz oder aber ihr schreibt uns eure Fragen, Anregungen, Kommentare an podcastatgawk.de.

01:02:01: Die Adresse findet ihr auch in den Shownotes.

01:02:04: Ihr könnt uns auf Instagram folgen, besucht auch unsere Webseite unter ghwk.DE.

01:02:10: Hier findet ihr alle Episoden und auch ein volltextdurchsuchbares Transkript.

01:02:15: Ich bin Deborah Hartmann

01:02:16: Und ich bin Jakob Müller.

01:02:18: Unsafe Spaces ist eine Produktion der Gedenk- und Bildungsstätte aus der Wannseekonferenz und Studio J. Redaktion und Recherche Deborah Hartmann, Jakob Müller, Hauke Jacobs & Studio J. Projektkoordination Haukel Jakobs Executive Producerin Deborah Hartman Für Studio J, Producerinnen Philippa Halder und Florian Ballmer.

01:02:38: Executive Producer Janis Gebhardt Sounddesign Sufjan Auda und Floriane Ballmar Gemischt von Fabian Klinke.

01:02:47: Ein besonderer Dank gilt allen Interviewpartnerinnen, die mit uns für diese Folge gesprochen haben.

01:02:52: Wir danken der Berliner Senatsverwaltung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Kultur, die die Realisierung dieses Podcasts durch Mittel aus dem Auktionsfonds zur Unterstützung von Projekten gegen Antisemitismus ermöglicht hat!

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